Zahreiche Tote vor Jemens Küste nach Bootsunglück | Aktuell Welt | DW | 06.06.2018
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Wieder Flüchtlingsboot gesunken

Zahreiche Tote vor Jemens Küste nach Bootsunglück

Wenige Tage nach dem verheerenden Bootsunglück vor Tunesien, bei dem wahrscheinlich 112 Flüchtlinge starben, hat sich nahe der jemenitischen Küste eine ähnliche Katastrophe abgespielt. Mindestens 46 Menschen ertranken.

Jemen Küstenwache im Hafen von Aden (Imago/photothek)

Im Golf von Aden wird regelmäßig kontrolliert, das Unglück konnte dennoch nicht verhindert werden

Nach Angaben der Organisation für Migration (IOM) starben mindestens 37 Männer und neun Frauen, als ihr Schiff im Golf von Aden bei hohem Wellengang kenterte. 16 Bootsinsassen würden noch vermisst. Berichten zufolge handele es sich bei allen Opfern um Äthiopier, so die UN-Organisation.

Menschenschmuggler hatten demnach mindestens 100 Menschen auf das Boot gepfercht, das am Dienstag in Boosaaso in Somalia ablegte. Die Migranten an Bord hätten auf der Suche nach Arbeit möglicherweise über das Bürgerkriegsland Jemen in die Golfstaaten weiterziehen wollten. Der IOM zufolge war das Boot die ganze Nacht unterwegs gewesen. Kurz vor dem Anlegen an der Küste Jemens sei es von hohen Wellen erfasst worden. Für die Menschen an Bord habe es nach Angaben von Überlebenden keine Schwimmwesten gegeben. Mitarbeiter der Organisation waren den Überlebenden zu Hilfe geeilt.

Tunesischer Innenminister nach Flüchtlingskatastrophe entlassen

Flüchtlingsboote, die oftmals überladen und in einem schlechten Zustand sind, verunglücken immer wieder. Vor Tunesien waren am Wochenende Nach IOM-Schätzungen 112 Menschen ums Leben gekommen, als ein solches Boot kenterte. 68 Menschen konnten vor den Kerkenna-Inseln im Osten des Landes gerettet werden. Das Unglück ist nach UN-Angaben das wohl verheerendste in diesem Jahr im Mittelmeer.

In der tunesischen Regierung sorgte der Vorfall für Wirbel: Innenminister Lotfi Brahem setzte zunächst auf Grundlage einer vorläufigen Untersuchung des Unglücks zehn Vertreter der Sicherheitsbehörden ab, wurde jedoch anschließend selbst von Regierungschef Youssef Chahed entlassen. Zu den Gründen wurden keine offiziellen Angaben gemacht. 

hk/haz (dpa, afp)

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