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Wirtschaft

Zahlungsunfähigkeit am 9. April?

Wie lange reicht Athen das Geld? Die Schätzungen dazu gehen auseinander. Die griechische Regierung hat nun Insidern zufolge die Euro-Partner vor einem Zahlungsausfall am 9. April gewarnt.

Es ist das Thema in der Finanzwelt: Wann ist Griechenland pleite? Die neuste Antwort dazu kommt von einem Insider der Verhandlungen zwischen Griechenland und den internationalen Geldgebern. Ihm zufolge hat Athen die Euro-Partner vor einem Zahlungsausfall am 9. April gewarnt. Demnach sei nicht genug Geld vorhanden, um an diesem Tag zugleich eine Tranche an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu überweisen und die Renten- und Pensionsauszahlungen zu leisten. Das Finanzministerium in Athen dementierte diese Darstellung direkt.

Den 9. April hatte auch der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras schon ins Spiel gebracht. Auf einem EU-Treffen der Staats- und Regierungschefs am 19. und 20. März hatte Tsipras versprochen, eine Reformliste innerhalb von zehn Tagen auszuarbeiten. Zugleich hatte er aber auch gewarnt, dass sein Land nur bis zum 9. April zahlungsfähig bleiben könne.

Oder vielleicht 12. Mai?

Griechenland Premierminister Alexis Tsipras

Ministerpräsident Alexis Tsipras

Die Süddeutsche Zeitung berichtete wiederum, Griechenland habe noch bis zum 12. Mai Reserven, um seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die deutsche Tageszeitung beruft sich auf einen Unterhändler der Verhandlungen. Aus den griechischen Unterlagen gehe demnach hervor, dass Athen spätestens am 12. Mai einen Kredit an den Internationalen Währungsfond in Höhe von 750 Millionen Euro nicht mehr stemmen könne und deshalb an diesem Tag zum ersten Mal dringend eine neue Geldspritze benötige.

9. April oder 12. Mai - spätestens bis zu einem der beiden Daten muss Griechenland seine Reformliste abgeschlossen haben - ansonsten wird das Land zahlungsunfähig. Denn die Liste ist Vorraussetzung für weitere Gelder aus dem zweiten Rettungspaket für Griechenland. Dieses läuft bis Ende Juni und beinhaltet noch knapp 15 Milliarden Euro. Die Verhandlungen zur Reformliste zwischen der sogenannten Brüssel-Gruppe mit EZB, IWF und EU-Kommission und griechischen Finanzvertretern wurden am Montag offiziell beendet. Doch die Gespräche gehen informell weiter.

In Brüssel hieß es am Mittwoch (01.04.2015), die weiteren Gespräche fänden in einer sehr angenehmen Atmosphäre statt, doch Athen sei meilenwert von einem Ergebnis entfernt. Auch der Insider der Verhandlungsrunde bestätigte diese Einschätzung. Laut der Quelle sehen alle Teilnehmer des Treffens, darunter auch Deutschland, die Chancen auf eine Überweisung von weiteren Hilfsgeldern bis zum 9. April als sehr gering an. Eine der wenigen Übereinstimmungen: Auch die Quelle der Süddeutschen Zeitung geht davon aus, dass die Regierung in Athen wohl noch den gesamten April für die Reformliste benötige.

nm/hmf (rtr, süddeutsche)