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Asien

Zahlreiche Wale in Neuseeland verendet

Tierschützer und Urlauber haben in Neuseeland 43 gestrandete Grindwale gerettet. Für mehr als 125 Meeressäuger kam jedoch jede Hilfe zu spät. Warum die Wale sich in das flache Wasser verirrten, blieb unklar.

Gestrandete Wale an der Küste von Neuseeland werden mit Handtüchern gekühlt (Foto: dpa)

Mit Handtüchern gekühlt: Gestrandete Wale an der Küste von Neuseeland

An der Küste Neuseelands sind innerhalb weniger Tage mehr als 125 Wale gestrandet und dort verendet. Allein im Küstenort Farewell Spit auf der Südinsel des Pazifikstaates starben 105 Grindwale, wie Hans Stoffregen von der staatlichen Umweltbehörde der Zeitung "Nelson Mail" vom Montag (28.12.2008) sagte. Mit nassen Handtüchern hatten Touristen und Tierschützer versucht, die gestrandeten Wale zu kühlen. Die Versuche, den Meeressäugern wieder zurück ins Meer zu helfen, scheiterten jedoch.

Unterwasseraufnahme eines Buckelwals, der an der Wasseroberfläche schwimmt (Foto: dpa)

Stört der von Menschen verursachte Lärm in den Meeren die Navigation der Wale?

Nach Angaben der Umweltbehörde Neuseelands waren die gestrandeten Wale in schlechter Verfassung und hätten teilweise eingeschläfert werden müssen. "Es war schrecklich, aber für sie konnte nichts mehr getan werden", sagte Stoffregen. "Man konnte den Schmerz und das Leid in ihren Augen sehen."

42 Wale von Freiwilligen gerettet

Im Norden Neuseelands ereignete sich ein ähnlicher Zwischenfall: Auf der Coromandel-Halbinsel starben am Sonntag 21 Grindwale. Hier gelang es Freiwilligen 42 weitere Tiere der Herde wieder ins Meer hinaus zu leiten, wie die Sprecherin der örtlichen Naturschutzbehörde, Lyn Williams, sagte. Die Helfer nutzten dabei die Flut um die mehrere Hundert Kilo schweren Wale wieder zurück ins Meer zu befördern. Eine Walkuh habe kurz nach der Rettungsaktion sogar ein Junges zur Welt gebracht.

Freiwillige helfen in Neuseeland einem Wal zurück ins Meer (Foto: dpa)

Freiwillige helfen einem Wal zurück ins Meer

Die Gründe für das Walsterben an den Stränden sind unter Experten umstritten. Die Tierschutzorganisation WWF macht zunehmenden Lärm in den Meeren für die Desorientierung der Wale verantwortlich. Wale navigieren über ihr sensibles Gehör. Im flachen Wasser mit sandig-schlickigem Untergrund funktioniert die Echolotortung der Wale schlechter. Forscher des Forschungs- und Technologiezentrum in Büsum fanden hingegen heraus, dass die meisten in der Nordsee gestrandeten Wale dann auf Grund liefen, wenn es auf der Sonne heftige Aktivitäten zu verzeichnen gab. Hohe Sonnenaktivität beeinflusst das Magnetfeld der Erde und damit möglicherweise auch den Orientierungssinn der Wale, wie die Wissenschaftler argumentierten.

Autor: Joscha Weber (mit dpa, afp, ap)

Redaktion: Oliver Samson

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