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Aktuell Nahost

Zahlreiche Tote bei Luftangriffen nahe Damaskus

Der Kampf gegen die Terrormiiz IS in Teilen Syriens und des Irak beherrscht die Berichterstattung. Doch auch andere Gruppierungen mischen im syrischen Bürgerkrieg mit. Die Zahl der Opfer steigt stetig.

Bei Luftangriffen der syrischen Armee nahe der Hauptstadt Damaskus sind nach Angaben von Beobachtern mindestens 66 Menschen getötet worden, darunter zwölf Kinder. Wie die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurde die Region Ost-Ghuta in der Provinz Damaskus am Donnerstag von etwa 60 Raketen aus der Luft getroffen, auch Bodenraketen seien im Einsatz gewesen.

Bei den Angriffen wurden mindestens 140 Menschen verletzt, wie die Aktivisten der Beobachtungsstelle weiter mitteilten. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete von Chaos und Entsetzen: "Das ist der schlimmste Tag für die Stadt Duma (Artikelbild) seit vier Jahren. Die Situation in den Krankenhäusern ist dramatisch."

Rebellen: Damaskus ist "militärische Zone"

Zuvor hatten Rebellen nach Angaben der Beobachtungsstelle mindestens 120 Raketen und Granaten auf Damaskus abgeschossen, dabei wurden zehn Menschen getötet. In dem vor allem getroffenen Viertel Baramkeh befinden sich viele Gebäude der Universität sowie das Hauptgebäude der staatlichen Nachrichtenagentur Sana. Die meldete, "Terroristen" hätten Wohngebiete bombardiert. Mit "Terroristen" bezeichnet das Regime von Präsident Baschar al-Assad die Aufständischen.

Die Rebellengruppe Jaisch al-Islam (Armee des Islam) hatte Anfang der Woche erklärt, Damaskus werde als "militärische Zone" angesehen. Am Donnerstag erklärte ihr Anführer Sahran Allusch über Twitter, seine Kämpfer hätten Einrichtungen der Sicherheitskräfte bombardiert. Die Raketen seien eine Vergeltung für "Massaker" des Regimes. Das von der Regierung kontrollierte Zentrum der Hauptstadt ist bisher von Kämpfen vergleichsweise verschont geblieben.

Mehr als 200.000 Tote

Die Region Ghuta östlich von Damaskus gehört zu den umkämpftesten Gebieten im Bürgerkrieg und ist eine Hochburg der Rebellen außerhalb der Hautstadt. Regelmäßige Angriffe der syrischen Luftwaffe haben massive Schäden angerichtet.

Im syrischen Bürgerkrieg, der im März 2011 mit Protesten gegen die Regierung begann, wurden nach Angaben der Aktivisten bereits mehr als 200.000 Menschen getötet. Die Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die im Land über ein dichtes Netz von Informanten vor Ort verfügt, können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

gmf/fab (afp, dpa)