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Nahost

Zahlreiche Tote bei Anschlag in Damaskus

Bei einem Selbstmordanschlag in der syrischen Hauptstadt sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Medien berichten außerdem von einem Angriff auf Beobachter der Arabischen Liga.

Anschlag in Damaskus Innenstadt (Foto: dpa)

Die Opposition hält den Anschlag für einen Racheakt der Regierung

Erneut hat ein Terroranschlag Damaskus erschüttert. Das syrische Staatsfernsehen berichtete am Freitag (06.01.2012), dass bei dem Terroranschlag im Zentrum der Hauptstadt mindestens 25 Menschen getötet und weitere 46 Menschen verletzt wurden. Demnach handelt es sich bei den Opfern mehrheitlich um Zivilisten. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana hatte zuvor berichtet, auch Sicherheitskräfte befänden sich unter den Opfern. Zu der Tat bekannte sich bislang niemand.

Der Anschlagsort (Foto: REUTERS/SYRIAN TV)

Die Behörden machen einen islamistischen Attentäter verantwortlich

Der Anschlag ereignete sich, als viele Menschen aufgrund des Freitagsgebets auf der Straße waren. Die Staatsmedien sprachen von einem Selbstmordattentäter. Dieser habe sich in einem dicht besiedelten Arbeiterbezirk in der Nähe einer Grundschule im Al-Midan-Viertel in die Luft gesprengt. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder vom Anschlagsort, von ausgebrannten Autos und immer wieder von schreienden Männern, die islamistische Terroristen der Tat bezichtigten.

Das Al-Midan-Viertel gehört zu den Hochburgen der Protestbewegung gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Oppositionelle erklärten deshalb, sie vermuteten, der Anschlag sei ein Racheakt des Regimes. Auch in Internetforen der Regimegegner hieß es, der Sicherheitsapparat habe den Anschlag verübt.

Beobachter der Arabischen Liga angegriffen

Daneben berichteten Medien am Freitag, dass Vertreter der Arabischen Liga angegriffen worden seien. Ein Beobachterteam sei in einem Vorort von Damaskus von regimetreuen Truppen attackiert worden, hieß es im arabischen Nachrichtensender Al-Arabija. Die Beobachter hätten sich aber rechtszeitig in Sicherheit bringen können. Die Arabische Liga bestätigte den Zwischenfall bislang nicht.

Trotz heftiger Kritik am bisherigen Verlauf der Mission hatte die Arabische Liga einen vorzeitigen Abzug der Beobachter abgelehnt. An diesem Wochenende will die Liga in Kairo über den Einsatz beraten.

Zweiter Anschlag innerhalb kurzer Zeit

Erst am 23. Dezember waren in Damaskus Anschläge gegen Gebäude des Geheimdiensts und der Sicherheitskräfte verübt worden. Insgesamt 44 Menschen wurden dabei getötet, mehr als 160 Menschen verletzt. Ein angebliches Bekennerschreiben der Muslimbrüder im Internet wurde von diesen als Fälschung bezeichnet. Ein Sprecher der sunnitisch-islamistischen Bewegung warf der Führung in Damaskus vor, hinter dem gefälschten Dokument und den Anschlägen zu stecken.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, afp, dapd)

Redaktion: Herbert Peckmann

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