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Aktuell Afrika

Zahlreiche Schülerinnen im Nordosten Nigerias verschleppt

In Augenzeugenberichten ist von bis zu 200 Mädchen die Rede, die in der Nacht auf Lkw von mutmaßlichen Islamisten weggefahren worden seien - keine 24 Stunden nach dem verheerenden Bombenanschlag in der Hauptstadt Abuja.

Bei einem Angriff mutmaßlicher Islamisten auf eine Schule im Nordosten Nigerias sind nach Angaben der Behörden "zahlreiche" Mädchen entführt worden. Schwer bewaffnete Männer hätten die weiterführende Schule in dem Dorf Chibok im Bundesstaat Borno überfallen, sagte ein örtlicher Behördenvertreter. Die Täter waren offenbar in der Nacht zum Dienstag mit vier Lastwagen vor die Schule gefahren und hatten den Mädchen befohlen mitzukommen. Die Schülerinnen lebten auf dem Gelände.

Nach Angaben des Polizeichefs von Borno, Lawan Tanko, verschleppten die Angreifer 103 der 250 Schülerinnen. Vielen Mädchen sei es offenbar noch gelungen, von den Lkw abzuspringen und zu fliehen. Die BBC zitierte Quellen, die sogar von 200 entführten Schülerinnen sprachen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die radikalislamische Sekte Boko Haram für die Attacke verantwortlich ist. Die Boko Haram will im Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten.

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Blutige Terroranschläge in Nigeria (14.04.2014)

Die bewaffneten Männer hätten auch Lebensmittellager geplündert und zudem ganz Chibok dem Erdboden gleichgemacht, berichteten Augenzeugen. Während des mehrstündigen Angriffs seien 170 Häuser niedergebrannt worden. Mehrere Sicherheitsleute hätten dabei den Tod gefunden.

"Westliche Bildung ist verboten"

Erst am Montag waren bei einem Doppelanschlag in einem Busbahnhof der Hauptstadt Abuja - nach Behördenangaben - 71 Menschen getötet und rund 120 weitere verletzt worden. In inoffiziellen Berichten war sogar von rund 200 Toten die Rede. Zwar bekannte sich niemand zu dem Anschlag, doch fiel auch hier der Verdacht auf Boko Haram. Präsident Goodluck Jonathan versprach, die Gruppe zu besiegen. Es war der schwerste Anschlag in Abuja seit einem verheerenden Anschlag auf das UN-Hauptquartier in der Hauptstadt 2011. Damals hatte der Selbstmordattentäter 26 Menschen in den Tod gerissen.

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Die Gruppe verübte regelmäßig blutige Angriffe auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Schulen und Kirchen. Die Gruppe, deren Namen übersetzt "Westliche Bildung ist verboten" heißt, hat wiederholt blutige Massaker an Schülern, Studenten und Lehrern begangen. Erst am Donnerstag hatten Islamisten in Borno sechs Lehrer und zwei Wachleute einer Schule ermordet und mehrere Frauen verschleppt.

sti/SC (afp, dpa)

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