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Aktuell Asien

Zahlreiche Opfer bei Selbstmordattentaten in Kabul

Wieder einmal sprengen sich in der afghanischen Hauptstadt Kabul IS-Selbstmordattentäter in die Luft. An zwei Orten werden zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. Viele weitere Opfer werden zum Teil schwer verletzt.

Wie ein Sprecher des afghanischen Gesundheitsministeriums bekannt gab, wurden mindestens 80 Menschen getötet und mehr als 230 verletzt. Der Leiter des Isteqlal-Krankenhauses, Mohammad Sabir Nasib, sagte: "Viele der Verletzten, die zum Krankenhaus gebracht wurden, sind in schlechter Verfassung."

Explosion während einer Demonstration

Die Detonationen ereigneten sich während einer friedlichen Demonstration auf einem zentralen Platz. Dort hatten sich zahlreiche Menschen der Volksgruppe der Hasara, einer persisch-schiitischen Minderheit im sunnitischen Afghanistan, zu Protesten gegen eine Stromleitung versammelt. "Erst dachten wir, das sei eine Minen-Explosion, aber als ich das Areal erreichte, wurde mir klar, dass es eine Selbstmordattacke mit einem Auto war", sagte ein Demonstrant, der sich in der Nähe aufgehalten hatte.

Afghanistan Kabul Proteste Hazara Minderheit Stromversorgung Foto: DW/H. Sirat

Bei einer Demonstration der Bevölkerungsgruppe der Hasara kam es zu den Detonationen

Zur Identität der Opfer konnte der Ministeriumssprecher zunächst noch keine genauen Angaben machen. Der afghanische Präsidentenpalast erklärte, dass unter den Toten auch Sicherheitskräfte seien, die die Demonstration bewacht hätten.

IS bekennt sich

Afghanistan Kabul Selbstmordattentat Foto: picture-alliance/dpa/H. Amid

Soldaten sichern den Tatort nach den Anschlägen

Krankenwagen hatten Schwierigkeiten, zum Explosionsort zu gelangen, weil die Behörden zahlreiche Straßenkreuzungen blockiert hatte, um zu verhindern, dass die Demonstranten zum Präsidentenpalast marschieren. Zu dem Anschlag bekannte sich der so genannte "Islamische Staat" über die der Terrororganisation nahestehende Agentur Amaq. Die Taliban, die nach einer kurzen Feuerpause während des Fastenmonats Ramadan bereits wieder zahlreiche Anschläge in Afghanistan verübt hatten, bestritten eine Beteiligung.

cgn/jj (afp, dpa, rtr)