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Aktuell Nahost

Zahlreiche Flüchtlinge bei Kämpfen im Jemen getötet

Bei heftigen Kämpfen zwischen Huthi-Rebellen und Unterstützern von Präsident Hadi sind zahlreiche Zivilisten getötet worden. US-Außenminister Kerry fordert eine humanitäre Feuerpause.

Bei Kämpfen zwischen Huthi-Rebellen und lokalen Unterstützern des jemenitischen Präsidenten Abd-Rabbu Mansur Hadi im Hafen von Aden ist ein Boot mit Flüchtlingen von einer Granate getroffen worden. An Bord waren etwa 50 Menschen, die auf dem Seeweg die Kampfzone verlassen wollten. Mindestens 32 Zivilisten wurden nach Angaben von Rettungskräften getötet, andere Augenzeugen sprachen von mindestens 40 Todesopfern. Ein Beamter des Gesundheitsministeriums machte die Rebellen für den Beschuss verantwortlich.

Saudi-Arabien übt Vergeltung

In der Nacht waren in einem anderen Stadtteil von Aden etwa 30 Huthi-Rebellen und zehn lokale Unterstützer des Präsidenten bei Gefechten getötet worden, wie Anwohner und Rettungskräfte berichteten. Im Jemen kämpfen die schiitischen Huthi-Rebellen gegen Anhänger des aus dem Land geflohenen Präsidenten Hadi. Eine vom benachbarten Saudi-Arabien geführte arabische Militärallianz bombardiert seit Ende März Stellungen und Waffenlager der Huthis.

Das saudische Militär reagierte derweil mit neuen Bombardements auf einen Artillerieangriff von Huthi-Rebellen aus dem Nachbarland. Aufständische Huthis hatten die Grenzstadt Nadschran mit Raketen und Mörsern beschossen. Als Reaktion bombardierten saudische Kampfflugzeuge Ziele in der nordjemenitischen Provinz Saada, dem Kernland der Huthis. Nach örtlichen Angaben starben dabei mindestens 34 Zivilisten, unter ihnen 27 Angehörige ein- und derselben Familie in der Provinzhauptstadt Saada. Beim Raketen- und Mörserbeschuss von Nadschran waren am Vortag nach amtlichen saudischen Angaben vier Menschen getötet worden, unter ihnen ein Armeeoffizier.

Kerry fordert Feuerpause

US-Außenminister John Kerry reist am Abend nach Saudi-Arabien. Bei Gesprächen mit der Regierung in Riad will Kerry die Möglichkeiten einer "humanitäre Pause" der Militäreinsätze ausloten. "Wir werden über die Art und Weise der Pause diskutieren", sagte der US-Außenminister bei einem Besuch in Dschibuti. "Wir sind tief besorgt über die humanitäre Situation im Jemen." Er hoffe, dass die Militärallianz gemeinsam mit den Vereinten Nationen und der internationalen Gemeinschaft Wege finden werde, den Menschen zu helfen, sagte Kerry.

USA versprechen humanitäre Hilfe

Die USA versprachen humanitäre Hilfe in Höhe von 68 Millionen Dollar (60,3 Millionen Euro) für die Betroffenen der Bomardements im Jemen. Das Geld solle den rund 16 Millionen Hilfsbedürftigen Menschen zukommen, darunter 300.000 Binnenflüchtlinge, teilte das Außenministerium in Washington mit. Es soll unter anderem für Wasser, lebensmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung genutzt werden.

Tausende Menschen sind mittlerweile aus dem Jemen geflohen, viele von ihnen nach Dschibuti. Das kleine Land liegt auf der afrikanischen Seite des Golfs von Aden. An der engsten Stelle ist das Meer zwischen Dschibuti und dem Jemen nur etwa 30 Kilometer breit. In Dschibuti, das rund 850.000 Einwohner hat, haben bereits 28.000 Flüchtlinge aus dem benachbarten Somalia Zuflucht gefunden.

cr/kle (rtr, afp, dpa)