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Politik

Zahlenspielereien

Die zukünftigen Rentenbeiträge sind's, auf die sich die Politiker in Berlin nicht einigen können. Wolter von Tiesenhausen berichtet über mathematische Ränkespiele und Bänkelgezänk im deutschen Bundestag.

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Dreh- und Angelpunkt jeder Politik ist die Fähigkeit, zukünftige Entwicklungen zu erkennen. Dafür gibt es nicht nur den Sachverstand der Politiker und der ihnen zuarbeitenden Beamten, sondern auch ganze Stäbe von externen Fachleuten. Dennoch verblüfft die Bundesregierung das Kummer gewohnte Publikum immer wieder damit, dass eben noch gültige Zahlen schon wieder Makulatur sind. Vor drei Wochen galt ein Rentenbeitrag von 19,3 Prozent des Einkommens als gemeinsame Erkenntnis von Sozialdemokraten und Grünen. Anfang der Woche wurde neu gerechnet und, siehe da, es waren schon 19,5 Prozent.

Nun soll man über 0,2 Prozent kein Aufhebens machen, auch wenn sie die beeindruckende Summe von zwei Milliarden Euro ausmachen. Doch Mitte der Woche tauchte der Entwurf einer Verordnung auf, die eine Anhebung auf 19,9 Prozent vorsieht. Alles nur eine Vorsichtsmaßnahme, beruhigt die Regierung, es bleibe bei 19,5 Prozent. Neue Zahlen gibt es auch für die zu erwartenden Steuerausfälle. 18 Milliarden Euro sollen es sein. Nein, sagt die Regierung allenfalls einstellig sei die Summe, die auf den Bund entfalle. Es bleibt dabei: Prognosen sind heikel, insbesondere, wenn sie sich mit der Zukunft befassen.