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Kultur

Zahl der Tsunami-Opfer steigt auf 525

Die Suche geht weiter - doch es gibt in Indonesiens kaum noch Hoffnung auf Überlebende. Erste Massenbegräbnisse werden vorbereitet. Unterdessen wächst die Kritik am Tsunami-Warnsystem.

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Pangandaran nach der Katastrophe

Der indonesische Wissenschaftsminister Kusmayanto Kadiman räumte in der britischen Zeitung "The Guardian" schwerwiegende Fehler ein. Zwar seien etwa 20 Minuten nach dem Beben Warnungen aus Japan und Hawaii eingetroffen. "Wir haben sie aber nicht bekannt gegeben." Ein Beamter meinte, die zuständigen Stellen seien zu sehr mit der Beobachtung der Nachbeben beschäftigt gewesen. In Indonesien hieß es, die Regierung habe kein System entwickelt, um die Küstenbewohner zu benachrichtigen. Vor allem zu den verstreut liegenden Fischerdörfern gebe es keine Verbindung.

200 Kilometer Küste betroffen

Die Zerstörungen an der Küste

Die zerstörte Küste von Pangandaran

Unter Leitung des Militärs setzen Rettungskräfte trotz der schwindenden Hoffnungen ihre Suche nach Überlebenden auf einem 200 Kilometer langen Küstenstreifen und weiter im Landesinneren fort. Andere Helfer verteilten Lebensmittel an die Menschen, die all ihre Habe bei der Katastrophe vom Montag (17.7.) verloren.

Ein Erdbeben der Stärke 7,7 im Indischen Ozean etwa 360 Kilometer südöstlich von Jakarta hatte den Tsunami ausgelöst. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden 525 Menschen getötet, 273 gelten immer noch als vermisst. Mehr als 38.000 Menschen wurden obdachlos, als der Tsunami auf die Küste krachte.

Wegen der Seuchengefahr bereiteten die örtlichen Behörden am Mittwoch ein erstes Massenbegräbnis vor. Die Toten waren an mehr als einem Dutzend Stellen entlang der Küste gefunden worden.

Rettungsaktionen gehen weiter

"Rettungskräfte suchen auf See, an der Küste und unter den Trümmern nach Toten und möglichen Überlebenden", sagte Wasdi, der Sprecher des Distrikts Ciamus, des am schwersten betroffen Gebietes um das Touristenzentrum Pangandaran. "Die Rettungskräfte helfen außerdem dabei, den Schutt wegzuräumen." In Pangandaran, das bis zu der Katastrophe ein beliebter Urlaubsort gewesen war, werden immer noch Leichen in den zerstörten Häusern und Hotels und unter den Trümmern gefunden, die den Strand bedecken.

Tsunami Opfer

Opfer der Flutwelle

Unter dem Eindruck des Tsunamis vom 26. Dezember 2004, bei dem mehr als 220.000 Menschen starben, hatte die indonesische Regierung Ende 2005 mit dem Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems begonnen. Die Bojen, die zunächst vor der Westküste von Sumatra ausgebracht wurden, können aber nicht vor dem nächsten Jahr ihren Schutz auch auf Java und den Osten Indonesiens ausdehnen. Indonesische und internationale Erdbebenexperten waren überzeugt, dass bei einem weiteren Tsunami im Indischen Ozean vor allem Sumatra in der Nähe der Stadt Padang gefährdet wäre.

Das Deutsche Komitee Katastrophenvorsorge in Bonn wies darauf hin, dass bei Erdbeben in der Nähe der Küste oft extrem wenig Zeit bleibe, um die Bevölkerung zu warnen. Um so wichtiger sei es, die Bewohner darauf zu trainieren, selbst Warnzeichen zu erkennen. Allen müsse bekannt sein, dass sich das Meer vor einem Tsunami zurückziehe.

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