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Sri Lanka

Zahl der Toten nach Unglück in Sri Lanka gestiegen

Nach dem Einsturz einer Müllkippe in Colombo sind inzwischen 29 Leichen geborgen worden. Hunderte Menschen sind obdachlos.

Drei Tage nach dem Unglück am Stadtrand von Colombo suchen hunderte Soldaten in den Abfall- und Trümmerbergen weiter nach Überlebenden, Hoffnung gibt es jedoch kaum noch. Sechs weitere Menschen gelten noch als vermisst."Wir setzen die Suche fort", sagte der Militärsprecher Roshan Seneviratne.

Die 90 Meter hohe Müllhalde in Kolonnawa, einem Ortsteil im Nordosten der Hauptstadt, war am Freitag nach starken Regenfällen ins Rutschen geraten. Der Müll begrub zahlreiche Häuser und Menschen unter sich. 

Nach Angaben der Polizei wurden 145 Hütten und Häuser in dem Armenviertel zerstört. Viele weitere Häuser wurden beschädigt und drohten einzustürzen. Mehr als 400 Familien wurden deshalb vorerst in Notunterkünften in nahegelegenen Schulen untergebracht.

Präsident Maithripala Sirisena ordnete den Einsatz von hunderten Soldaten bei der Rettungsaktion an. Nach Berichten über Plünderungen erhöhte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen am Unglücksort. 23 Verdächtige, die Opfer der Müllkatastrophe bestohlen haben sollen, wurden festgenommen.

Zu spät gehandelt

Regierungschef Ranil Wickremesinghe erklärte, vor dem Unglück seien bereits Vorkehrungen für eine Schließung der Müllhalde getroffen worden. Die Abräumarbeiten hatten aber noch nicht begonnen.

Die Müllkippe von Kolonnawa wächst täglich um rund 800 Tonnen Müll. Insgesamt werden dort etwa 23 Millionen Tonnen Abfall gelagert. Gesundheitsexperten warnen seit langem vor den Gefahren. Das srilankische Parlament hatte erst kürzlich die Schließung der Müllhalde verlangt. Es gibt Pläne zum Bau eines Kraftwerks, mit dem durch die Verbrennung des Mülls Energie gewonnen werden soll.

Der Kommunalpolitiker Guttila Silva sagte, die Anwohner seien wütend, weil die Stadtverwaltung trotz der Sicherheitsbedenken täglich hunderte Tonnen Müll auf der Halde abladen lasse. "Die Leute sind natürlich zornig, weil ihre Proteste überhört wurden."

chr/ myk (afp, dpa)

 

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