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USA

Zahl der Toten nach LKW-Fund in Texas gestiegen

Eine Bitte um Wasser machte einen Zeugen stutzig - er rief die Polizei. Die fand mutmaßliche Migranten in einem Lastwagen nahe der mexikanischen Grenze. Videoaufnahmen zeigen, was noch vor sich ging.

Video ansehen 00:43

Migranten-Tragödie in Texas

Im Fall mutmaßlicher Schleuserkriminalität im US-Bundesstaat Texas ist die Zahl der Toten gestiegen. Nach jüngsten Polizeiangaben kamen insgesamt zehn Menschen ums Leben, allesamt erwachsene Männer. Der Fahrer des Lastwagens, in dessen Anhänger die Polizei acht Leichen entdeckte, wurde festgenommen.

Die Beamten machten den grausigen Fund in der Stadt San Antonio nahe der Grenze zu Mexiko auf einem Parkplatz der Supermarktkette Walmart. Ein weiterer Mann wurde später in einem nahegelegenen Waldstück entdeckt. Er starb später im Krankenhaus - ebenso wie eine zehnte Person, die zunächst behandelt worden war.

Defekt der Klimaanlage wirkte tödlich

Aus dem LKW-Anhänger konnte die Polizei auch 30 Verletzte befreien. Mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr. Nach Angaben des örtlichen Feuerwehrchefs Charles Hood funktionierte die Klimaanlage in dem Lastwagen nicht. Die Temperatur innerhalb des Sattelschleppers schätzte er auf bis zu 65 Grad Celsius.

USA Texas tote Flüchtlinge in LKW gefunden (picture-alliance/Photoshot/Y. Bo)

Grausiger Fund: Polizeifahrzeuge nahe dem Walmart-Supermarkt in San Antonio

Die Polizei vermutet, dass die Insassen von Schleppern über die mexikanische Grenze gebracht worden waren. "Wir haben einen Anruf von einem Walmart-Mitarbeiter bekommen", sagte Polizeichef William McManus. Der Supermarkt-Angestellte sei von jemandem aus dem LKW angesprochen worden, der um Wasser gebeten habe. "Er brachte Wasser, rief die Polizei, und wir kamen an und fanden acht Tote", sagte der Polizeichef.

Kameras filmten ankommende Fahrzeuge

Auf Bildern von Überwachungskameras war nach Angaben des Polizeichefs zu sehen, wie vor der Rettungsaktion mehrere Fahrzeuge auf dem Parkplatz eintrafen. Es ging offenbar darum, einige Insassen des Lastwagens abzuholen.

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sprach von einer "erschütternden Tragödie". Die Täter würden "mit aller Härte" bestraft. Polizeichef McManus sagte, abgesehen von dem dramatischen Ausmaß handele sich nicht um einen Einzelfall. "Das passiert dauernd."

Fahrer kommt aus Florida

Der LKW-Fahrer ist 60 Jahre alt und stammt aus dem Bundesstaat Florida. Der Eigentümer des Lastwagens wurde noch nicht ermittelt.

Im August 2015 hatte in Europa ein drastischer Fall von Schlepperkriminalität für Entsetzen gesorgt: Damals waren an einer Autobahn in Österreich 71 erstickte Flüchtlinge in einem Lastwagen entdeckt worden. Unter den Opfern waren auch Kinder.

jj/sti (ap, rtr, afp)

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