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Asien

Zahl der Todesopfer steigt und steigt

Während die Lage im AKW von Fukushima kritisch bleibt, gibt es eine gute Nachricht: Nach neun Tagen wurden zwei Menschen im Katastrophengebiet gerettet. Die Zahl der Toten und Vermissten steigt aber immer weiter.

Eine Seniorin wird aus den Trümmern eines Hauses in Japan von Hilfskräften gerettet (Foto: dpa)

Eine 80-Jährige konnte aus den Trümmern eines Hauses gerettet werden

Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben haben Einsatzkräfte am Sonntag (20.03.2011) eine 80-jährige Frau und ihren 16 Jahre alten Enkel aus den Trümmern eines Hauses gerettet. Wie das japanische Fernsehen NHK berichtete, seien die beiden Geretteten in Ishinomaki, in der mit am schwersten betroffenen Provinz Miyagi, gefunden worden.

Mann mit Fahrrad in Trümmerlandschaft, darüber Schild mit Tsunami-Warnung auf japanisch (Foto: AP)

Die Zahl der Toten durch das verheerende Erdbeben und den Tsunami steigt und steigt

Großmutter und Enkel wirkten geschwächt, hätten jedoch auf Fragen der Polizei reagiert. Der Junge soll an Unterkühlung leiden. Die beiden hätten sich von Joghurt und anderen Dingen, die in einem Kühlschrank des zerstörten Hauses lagen, ernährt, berichtete NHK. Ein Suchtrupp der Einsatzkräfte entdeckte den Jungen, weil er sich auf den Trümmern des Daches befand und nach Hilfe rief. Beide Überlebende wurden mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Von 9500 Bewohnern fehlt jedes Lebenszeichen

Die Zahl der Toten und Vermissten aber steigt immer weiter. Zudem machen Japans Behörden dazu unterschiedliche Angaben. Offiziell beziffere Japans Polizei die Todesopfer auf 8133, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Zudem seien 12.272 offiziell als vermisst gemeldet. Diese Zahlen könnten aber deutlich steigen. So habe der Polizeichef in der Präfektur Miyagi gesagt, allein in seinem Verwaltungsgebiet seien 15.000 Menschen ums Leben gekommen. Zu den am schwersten betroffenen Orten gehört Minamisanriku, wo nach dem Erdbeben der Stärke 9 und dem anschließenden Tsunami von 9500 Bewohnern jedes Lebenszeichen fehlte. 360.000 bis 400.000 Menschen - auch hier liegen unterschiedliche Angaben vor - sind in Notunterkünften unterbracht. Sie leiden unter Kälte und mangelnder Versorgung mit dem Nötigsten.

Tepco: Block 2 hat wieder Strom

Feuerwehr und Wasserlöscher in Fukushima (Foto: AP)

13 Stunden lang wurde Block 3 mit Wasser beschossen

Derweil ist die Gefahr einer nuklearen Katastrophe in Japan noch nicht gebannt. Die Einsatzkräfte versuchen weiter mit Hochdruck, die Kühlung in den beschädigten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima 1 wiederherzustellen. Wenigstens ist es ihnen gelungen, den Druck in Reaktor 3 zu stabilisieren, berichtete Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco. Block 3 war bis Sonntagfrüh 13 Stunden lang mit Wasser beschossen worden. Die in Block 3 eingesetzten Brennelemente sind besonders gefährlich, weil es sich dabei um Plutonium-Uran-Mischoxide (MOX) handelt.

Wie die Nachrichtenagentur weiter berichtete, habe Block 2 wieder Strom. Damit sollten die Beleuchtung und Kühlung der dortigen Abklingbecken in Gang gesetzt werden. Noch ist allerdings unklar, ob die Wasserpumpen funktionieren. Auch die Stromversorgung für die zentralen Kontrollräume des Reaktorblocks 1 sollten noch am Sonntag wieder hergestellt werden.

Autorin: Pia Gram (dpa, dapd, afp, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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