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Politik

Zahl der Sturmtoten in Birma sprunghaft gestiegen

Zwei Wochen nach dem Zyklon "Nargis" ist die offizielle Zahl der Toten drastisch nach oben auf fast 78.000 korrigiert worden. Die Cholera ist ausgebrochen.

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Regen verschärft Misere der Zyklon-Opfer

Nach Angaben des birmanischen Staatsfernsehens vom Freitagabend (16.5.2008) wurden bislang 77.738 Todesopfer registriert. Die Zahl der weiterhin Vermissten wurde von dem Sender mit 55.917 angegeben - ebenfalls eine Verdoppelung von den bislang genannten 27.838. Die Vereinten Nationen haben erklärt, sie rechneten letztlich mit mehr als 100.000 Toten. Die Internationale Föderation vom Roten Kreuz und Roten Halbmond setzte die Zahl sogar bei bis zu 128.000 an. Im Katastrophengebiet müssen Opfer und Helfer nun auch gegen Seuchen kämpfen. Mitarbeiter des Malteser-Hilfsdienstes berichteten am Freitag, man habe die ersten Cholera-Patienten behandelt.

Birma, Hilfslieferung

Ausladen in Rangun

Wegen der Restriktionen der Junta haben internationale Helfer allerdings auch zwei Wochen nach dem Wirbelsturm noch kein genaues Bild von der verzweifelten Lage der Überlebenden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon will daher den Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Einsätze, John Holmes, zur Erkundung der Lage entsenden.

Bis zu 2,5 Millionen Menschen benötigen Hilfe

Holmes werde am Sonntag nach Birma reisen, sagte UN-Sprecherin Amanda Pitt in Bangkok. Er wolle das Militärregime überzeugen, weitere Helfer der Vereinten Nationen ins Land zu lassen und die Hilfe für die Überlebenden deutlich aufzustocken. Nach Angaben einer EU-Sprecherin will die Junta am Samstag ausländische Diplomaten in das am schwersten betroffene Irrawaddy-Delta begleiten.

Deutschland Hilfe für Birma Flughafen Berlin Schönefeld

Auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld wird ein DRK-Flugzeug beladen

Der EU-Kommissar für humanitäre Angelegenheiten ist am Freitag mit leeren Händen aus Birma zurückgekehrt. Louis Michel hatte der Militärjunta einen Katalog mit fünf dringenden Bitten überreicht. Ein Vertreter der Militärjunta habe ihm nur zugesagt, die Bitten zu prüfen, sagte Michel am Abend bei der Zwischenlandung in Bangkok. Er reiste anschließend nach Europa zurück.

Die UN gehen von 1,5 bis 2,5 Millionen Opfern, die dringend Trinkwasser, Lebensmittel, Unterkünfte und medizinische Versorgung benötigen. Bislang haben Rettungskräfte lediglich 270.000 Überlebende erreicht. Trotz der weiterhin massiven Behinderung durch die Militärjunta kommen die Spenden für die Zyklon-Opfer bei den Betroffenen an, wie Hilfsorganisationen versichern. Die erste DRK-Maschine landete am Freitag in Rangun. An Bord befanden sich unter anderem sechs Anlagen zur Aufbereitung von täglich 225.000 Litern Trinkwasser. Außerdem sollen Decken, Kochgeschirr, Zelte und Reinigungstabletten für Wasser verteilt werden.

Wasser wird am dringendsten gebraucht

Am schlimmsten werde sich in den kommenden Tagen das Fehlen von frischem Wasser auswirken, erklärte das Rote Kreuz in Genf. Ohne Nahrung drohe der Hungertod in drei Wochen, aber bei akutem Durchfall könnten Erkrankte binnen drei Tagen sterben, sagte Sprecher Thomas Gurtner.

Auch nach Einschätzung der UN reichen die derzeitigen Hilfslieferungen für die Opfer des Wirbelsturms bei weitem nicht aus. In seiner jüngsten Lagebeurteilung geht das Welternährungsprogramm (WFP) davon aus, dass täglich 390 Tonnen Lebensmittel eingeführt werden müssten. Derzeit seien aber nicht einmal 300 Tonnen verteilt worden. (sams)

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