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Aktuell Asien

Zahl der Hinrichtungen in China deutlich gesunken

In China sind im Jahr 2013 nach Angaben von Menschenrechtlern erheblich weniger Menschen hingerichtet worden als im Vorjahr. Dennoch bleibt die Volksrepublik das Land mit den meisten Exekutionen.

Die Zahl der Hinrichtungen in China ist nach Schätzungen auf 2400 gefallen. Das seien 20 Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte die in den USA ansässige Dui Hua Stiftung mit, die über gute Kontakte zu chinesischen Justizkreisen verfügt. Die Zahlen, so die Stiftung, stammten von einem Vertreter der Justizbehörden, der nicht genannt wurde.

Dui Hua befürchtet jedoch, dass die Zahlen in diesem Jahr wieder steigen werden. Einer der Gründe sei das harte Durchgreifen der Sicherheitsbehörden in der überwiegend von muslimischen Uiguren bewohnten Unruheprovinz Xinjiang. Seit Juni wurden dort im Zusammenhang mit Gewalttaten fast 40 Menschen zum Tode verurteilt.

Zahlen sind Staatsgeheimnis

Trotz des Rückgangs werden in China noch immer jährlich mehr Menschen exekutiert als im Rest der Welt zusammen. Nach einen Überblick der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden im vergangenen Jahr in 22 Ländern mindestens 778 Menschen hingerichtet. Es gebe aber eine hohe Dunkelziffer, so AI.

Die Hinrichtungszahlen hütet die Regierung in Peking wie ein Staatsgeheimnis. Nach Angaben der Dui Hua lag der Rekord 1983 bei 24.000 Exekutionen, 2002 waren es noch 12.000. Seit 2007 müssen alle Todesurteile wieder vom Obersten Gericht in Peking überprüft werden.

Bundestag fordert weltweite Abschaffung

Der Deutsche Bundestag hatte am 10. Oktober, dem Tag gegen die Todesstrafe, mit den Stimmen aller Fraktionen die weltweite Abschaffung der Todesstrafe gefordert. In dem Antrag wird die Bundesregierung aufgefordert, dieses Ziel voranzutreiben und als Zwischenschritt für ein Moratorium zu werben, etwa in den Staaten China, Iran, Irak, Saudi-Arabien, USA und Japan. Weltweit haben erst 98 Staaten die Todesstrafe vollständig abgeschafft.

gmf/pg (dpa, afp)