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Ebola-Epidemie

Zahl der Ebola-Toten steigt auf über 5000

Zwar wütet die Ebola-Seuche weiter in Westafrika, doch zumindest in Liberia und Guinea stagniert offenbar die Zahl der Neuinfektionen. In Mali wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der Krankheit.

Die Anzahl der Ebola-Toten ist auf über 5000 gestiegen. Insgesamt gebe es seit Bekanntwerden des Ausbruchs der Ebola-Seuche im März 14.098 bestätigte Ebola-Infektionen und 5160 Todesfälle, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Es gebe jedoch Anzeichen dafür, dass die Zahl neuer Fälle in Guinea und Liberia landesweit nicht mehr steigt. In Sierra Leone hingegen sei weiterhin eine "starke Zunahme" der Krankheitsfälle zu verzeichnen, teilte die Organisation mit.

Da viele Krankheitsfälle nicht den Behörden gemeldet werden, gehen Experten davon aus, dass die Dunkelziffer der Todesfälle noch höher liegt als von der WHO angenommen. Liberia ist das von der Seuche am schlimmsten betroffene Land. Etwa die Hälfte der Krankheitsfälle und Opfer entfallen laut WHO auf den kleinen westafrikanischen Staat.

Sorge in Mali

Auch aus dem weiter nördlich liegenden Mali wurden zwei neue Ebola-Todesfälle gemeldet. Dort wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der Seuche. Die Regierung hatte erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, das Land sei nach nur einem Todesfall wieder völlig Ebola-frei.

Die Behörden stellten zahlreiche Menschen unter Quarantäne, die in Kontakt mit einem am Dienstag verstorbenen Krankenpfleger gekommen waren. Der 25-Jährige habe in einer Privatklinik in der Hauptstadt Bamako gearbeitet. Dort steht auch ein Arzt im Verdacht, sich mit der Seuche infiziert zu haben. Der Pfleger sei am Dienstag positiv auf Ebola getestet worden und noch am Abend verstorben, teilte die Regierung mit. Alle notwendigen Schritte seien eingeleitet worden. Einen Zusammenhang zum ersten Ebola-Todesfall in Mali vom Oktober gebe es nicht.

70 Menschen in Mali isoliert

Der Pfleger hatte sich um einen Imam aus der Grenzstadt Kouremale gekümmert, der am 27. Oktober verstarb und unter den Ebola-typischen Symptomen litt, jedoch nie getestet wurde. Sein Leichnam war in Mali ohne jegliche Schutzvorkehrungen gewaschen und dann zur Beerdigung nach Guinea gebracht worden. Der Pfleger starb zwei Tage nachdem er in der Klinik vorstellig geworden war. Nach Angaben von Helfern starb in dieser Woche eine weitere Person aus dem Haus, in dem der Imam in Bamako wohnte. Auch sie wurde ohne einen Ebola-Test beigesetzt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 70 Menschen isoliert, darunter auch mehrere Dutzend Bewohner aus dem Haus des Pflegers. Die Klinik, die als eines der führenden Gesundheitszentren in Bamako gilt, wurde abgeriegelt (Artikelbild).

Im Oktober war in Mali ein zwei Jahre altes Mädchen an Ebola estorben, das Verwandte nach dem Ebola-Tod der Mutter aus Guinea geholt hatten. Das Kind war hochansteckend hunderte Kilometer mit Bussen durch das Land gefahren, bevor die Krankheit erkannt und das Kind unter Quarantäne gestellt wurde.

Hohe Kosten für Ebola-Impfung

Ein derzeit in Deutschland an Menschen erprobter Impfstoff gegen das Virus könnte nach Angaben des Chefs der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin Leipzig, Bernhard Ruf, bereits im kommenden Frühjahr zum Einsatz kommen. Allerdings müsse sich die internationale Gemeinschaft auf hohe Kosten einstellen. "Eine Impfung wird sicher über 100 Euro kosten", sagte Ruf bei einem Gesundheitskongress in Düsseldorf. Doch in Afrika, wo geimpft werden müsse, könnten sich die Menschen solche Summen nicht leisten. Hier seien die WHO und die Industrie gefragt.

cr/uh (dpa, rtr)