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Deutschland

Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei steigt weiter an

Es sind vor allem Kurden, die dem Staat von Recep Tayyip Erdogan den Rücken kehren. Damit ist für die Linkspartei der Fall klar, die Bundesregierung lehnt dagegen Ursachenforschung demonstrativ ab.

Die Informationen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage hervor, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitierten. Demnach wurden von Januar bis November dieses Jahres 5166 Asylanträge türkischer Staatsbürger in Deutschland verzeichnet. Fast 80 Prozent der Antragsteller seien Kurden.

"Spekulationen nimmt die Bundesregierung nicht vor"

Seit dem Putschversuch von Teilen des Militärs im Juli stiegen die Zahlen laut Bundesinnenministerium deutlich an, heißt es in dem Vorabbericht. So hätten im November 702 türkische Staatsbürger Asyl in Deutschland beantragt. In Januar seien es noch 119 gewesen. Die Bundesregierung wollte keinen expliziten Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl der Asylanträge und dem Putsch herstellen. "Spekulationen zu möglichen Ursachen für den Anstieg der Zahlen nimmt die Bundesregierung nicht vor", zitierte die Funke Mediengruppe aus dem Schreiben.

"Alles andere als ein sicherer Herkunftsstaat" 

Die Linkspartei reagierte darauf mit Kritik und warf der Bundesregierung zudem vor, die Lage der Flüchtlinge in der Türkei zu beschönigen. "Die Zahl der Asylsuchenden aus der Türkei hat sich seit 2014 nahezu verfünffacht", sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke. "Die Türkei ist alles andere als ein sicherer Herkunftsstaat oder ein Ort, an dem Flüchtlinge eine sichere Bliebe finden können." Zudem führe Ankara einen erbarmungslosen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung. Die Waffenexporte an das "Regime" von Präsident Recep Tayyip Erdogan müssten gestoppt und der "EU-Flüchtlings-Deal" beendet werden, forderte Jelpke.

sti/ml (afp, rtr, kna)