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Wirtschaft

Zahl der Arbeitslosen überraschend gesunken

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Februar besser entwickelt als für die Jahreszeit üblich. Die Zahl der Arbeitslosen sei auf 3,017 Millionen gesunken, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit.

Das ist die geringste Februar-Arbeitslosigkeit seit 1991. Üblich war in den vergangenen Jahren für den Wintermonat Februar ein leichter Anstieg. Insgesamt gab es 121.000 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr.

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen ging die Erwerbslosigkeit saisonbereinigt laut BA im Monatsvergleich um 20.000 zurück. Volkswirte hatten eine Abnahme um 10.000 erwartet. BA-Chef Frank-Jürgen Weise sagte, die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt habe sich im Februar fortgesetzt.

Mindestlohn stört nicht

Noch kaum spürbar sind nach Ansicht der Volkswirte die Auswirkungen des zum Jahresanfang eingeführten Mindestlohns von 8,50 Euro auf den Arbeitsmarkt. Volkswirt Heiko Peters von der Deutschen Bank rechnet damit erst in den kommenden Monaten. Derzeit werde der Effekt von der guten Konjunktur und der Frühverrentungswelle im Zuge der abschlagsfreien Rente mit 63 abgemildert.

Nach Erkenntnissen des Ifo-Experten Steffen Henzel sind vom Mindestlohn bisher hauptsächlich Mini-Jobber betroffen. Ihre Zahl habe sich schon im November 2014 um 23.000 verringert. Anscheinend hätten Unternehmen bereits im Vorgriff auf die am Jahresanfang in Kraft getretene Mindestlohnregelung geringfügig entlohnte Jobs abgebaut.

Optimistische Prognosen

Nach den Prognosen der Volkswirte dürfte die wieder erstarkende Konjunktur in den kommenden Monaten für einen unerwartet kräftigen Schub auf dem deutschen Arbeitsmarkt sorgen. Im Jahresschnitt könnte die Zahl der Erwerbslosen 2015 um 80.000 bis 100.000 sinken. Ursprünglich waren sie noch von einem weitaus geringeren Rückgang der Arbeitslosigkeit ausgegangen.

Unterdessen haben die vollen Auftragsbücher der Unternehmen das Stellenangebot weiter wachsen lassen. Nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) gab es im Februar so viele freie Stellen wie selten zuvor. Ihre Zahl sei auf den höchsten Stand seit dem Beginn entsprechender Aufzeichnungen vor elf Jahren geklettert, zeigt der am Mittwoch veröffentlichte Stellenindex BA-X der Nürnberger Bundesbehörde.

Der Indikator stieg im aktuellen Monat auf den Wert von 183 und lag damit um einen Punkt über dem im Januar gemessenen bisherigen Höchststand. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich der Umfang der freien Stellen um 20 Punkte.

wen/ul (rtrd, dpa )