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Ostmitteleuropa

Zahl der Abschiebungen von Ausländern in Polen nimmt zu

Krakau, 15.9.2004, DZIENNIK POLSKI, poln.

Immer mehr Ausländer werden aus Polen abgeschoben. In diesem Jahr wurden fast 3 000 Personen des Landes verwiesen, die entweder nach Polen illegal eingereist sind oder ihren Aufenthalt ohne entsprechende Genehmigung verlängert haben. Die Mehrheit der Abgeschobenen bilden ukrainische Staatsbürger.

"Kein Grenzschutz auf der Welt ist imstande, alle Personen aufzuspüren, die illegal eingereist sind", sagt Leutnant Miroslaw Szacillo vom Pressebüro der Hauptkommandantur des polnischen Grenzschutzes und fügt hinzu: "Um das Ausmaß der illegalen Grenzüberschreitungen in Polen wirklich zu begreifen, muss man die Statistiken über Abschiebungen von Ausländern lesen".

Im ersten Halbjahr 2004 wurden in Polen 2 326 Personen festgenommen, die bei dem Versuch, die polnische Grenze illegal zu passieren, ertappt wurden, d. h. fast 20 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Abschiebungen in dieser Zeit stimmt jedoch nicht mehr so optimistisch. Im letzten Jahr wurden insgesamt 5 342 Ausländer aus Polen ausgewiesen, wobei sich diese Zahl im ersten Halbjahr 2004 bereits auf 2 921 Personen belief.

Die Mehrheit von ihnen, d. h. 1 402 Personen haben ihren Aufenthalt in Polen ohne die entsprechende Genehmigung verlängert. 653 Personen haben die polnische Grenze entweder mit Hilfe gefälschter Pässe oder über die sogenannte "Grüne Grenze" passiert. Weiteren 600 Personen konnte der illegale Aufenthalt in Polen nachgewiesen werden und 213 mussten Polen verlassen, weil sie bei Schwarzarbeit ertappt wurden. (...)

Man kann jedoch in der nächsten Zukunft erwarten, dass sich die Zahl der abgeschobenen Ausländer noch weiter steigern wird. "Das ist nicht verwunderlich, weil Polen nach seinem EU-Beitritt für Ausländer noch attraktiver geworden ist. Ein Teil der Ausländer betrachtet Polen als Transitland und möchte dann nach Deutschland oder weiter nach Westen gelangen. An der Grenze zu Deutschland wurden über 1 200 Personen festgenommen, die versuchten, nach Deutschland illegal zu gelangen. Das sind fast zehn Prozent weniger als vor einem Jahr", sagt Leutnant Miroslaw Szacillo.

Die Mehrheit unter den abgeschobenen Ausländern bilden die Ukrainer, von denen 1 500 aus Polen ausgewiesen wurden. Auf der Liste des Grenzschutzes befinden sich jedoch auch Staatsbürger von 60 weiteren Staaten. Die zweite Gruppe bilden Bulgaren (260 Abschiebungen), dann Moldauer (152 Abschiebungen), Belarussen (150 Abschiebungen), Rumänen (125 Abschiebungen) und Armenier (120 Abschiebungen).

Die Ausländer, die vom Grenzschutz beim illegalen Grenzübergang ertappt wurden, versuchen fast immer einen Asylantrag in unserem Land zu stellen. Das bedeutet, dass der Grenzschutz verpflichtet ist, sie an entsprechende Behörden zu übergeben, die dann untersuchen, ob wirklich wichtige Asylgründe vorlegen. So ein Verfahren kann jedoch sehr lange dauern. Falls es sich aber erweisen sollte, dass es solche Gründe nicht gibt, muss die betroffene Personen Polen verlassen", erklärt Leutnant Miroslaw Szacillo.

Unsere südlichen Nachbarn verursachen dem polnischen Grenzschutz selten Probleme. Das meiste Vergehen bilden unbeabsichtigte Grenzüberschreitungen von Touristen, die sich verlaufen haben. Dabei wurden 15 Slowaken und 61 Tschechen ertappt.

Eine ähnliche Situation gibt es an der Grenze zu Deutschland. 27 deutsche Staatsbürger mussten Polen verlassen, weil sie nicht nachweisen konnten, dass sie über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, um sich in Polen aufzuhalten.

Aber auch polnische Staatsbürger haben oft Probleme an der Grenze. Im letzten Jahr wurden insgesamt 3 500 Polen aus verschiednen Ländern ausgewiesen, darunter über 1 900 aus Deutschland.

Im ersten Halbjahr 2004 wurde die Einreise 837 polnischen Staatsbürgern verweigert. Auch in diesem Jahr wurden die meisten Polen aus Deutschland abgeschoben. Ihre Zahl beträgt bis jetzt 428 Personen. Insgesamt wurden aus dem Gebiet der Europäischen Union 715 polnische Staatsbürger ausgewiesen. (sta)

  • Datum 17.09.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5aMG
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