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Zähne

Sie wurzeln im Kiefer und ragen für gewöhnlich in die Mundhöhle. Sie sind knochenähnliche Gebilde und dienen zur Zerkleinerung der Nahrung. Ja, Zähne – sie sind Kauwerkzeuge, wie sie im Munde stehen!

Zähne stehen unten, oben, an den Ecken, hinten. Es gibt die ersten, die zweiten, die dritten Zähne. Kein Wunder, dass man sie so gerne benutzt: Zum Essen und zum Sprechen.

Gewiss mit Gebiss

Der Zahn ist in aller Munde. Das ist gewiss. Auch wenn er nicht mehr in jedem Mund ist. Das ist der Lauf der Welt: Wir werden alle nicht jünger. An jedem von uns nagt der Zahn der Zeit. Diesen Begriff prägte einst William Shakespeare, der ja selbst auch schon dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel. Anders gesagt: ihm tut kein Zahn mehr weh. Wie auch – er hat sie bereits alle verloren, wie auch sein Leben.

Zähnewechsel – pardon: Szenenwechsel. Der Zahn ist nicht nur Sinnbild der Vergänglichkeit. Und nicht nur Kauwerkzeug. Die Zacken am Rande einer Briefmarke nennt man Zähne, so auch die Zacken eines Kamms oder einer Säge.

Schneller und höher

Jeder Zahn zählt bei der Zahnradbahn, einer Bergbahn, die durch ein sich drehendes Zahnrad angetrieben wird. Je weniger Zähne, umso schwerer bewegt sich die Bahn den Berg hinauf. Dementsprechend wird eine zu hohe Geschwindigkeit eines Pkw gern mit den Worten kommentiert: "Der hat aber einen ganz schönen Zahn drauf." Umgekehrt fordert man mehr Eile von jemandem mit der Wendung: "Leg’ mal ’nen Zahn zu!"

Wer sich trotz Aufforderung nicht zu einem anderen Tempo bewegen lässt, der macht das bisweilen um Stärke zu demonstrieren, bzw. jemandem die Zähne zu zeigen. Damit geht der Mensch in der Evolution ein paar Schritte zurück, er übernimmt Drohgebärden von Hunden, Affen und Raubtieren.

Steiler und haariger

Was die Evolution mit dem Menschen macht, wenn der in seiner männlichen Spielart ein ihm attraktiv erscheinendes Weibchen – pardon: eine Frau – als steilen Zahn bezeichnet, mag jeder für sich selbst entscheiden.

Bestraft werden solche Sprüche, wenn sich die Herzdame eines Tags als nicht halb so lieblich entpuppt, wie sie zunächst schien. Dann wird geklagt, sie habe ja Haare auf den Zähnen.

Zeigt her eure Zähne!

Um verborgene Charaktereigenschaften sichtbar zu machen, ist es ratsam, dem anderen – sei es der Lebenspartner oder Vertragspartner – von Zeit zu Zeit auf den Zahn zu fühlen, ihn also gründlich zu prüfen.

Das Bild ist vom Zahnarzt des 17. Jahrhunderts übernommen, der durch Befühlen und Beklopfen den schmerzenden Zahn ermittelte – so wird es behauptet. Andere sagen: das Auf-den-Zahn-fühlen leitet sich vom Pferdekauf ab, bei dem man noch heute aus der Zahnbeschaffenheit das Alter und den Wert des Tiers festzustellen glaubt.

Der Zahn der Zeit

Beim Menschen von den Zähnen auf das Alter zu schließen ist ungleich schwieriger, gibt es doch heutzutage täuschend echten Zahnersatz. Trotzdem, wer etwas auf sich und seine Gesundheit hält, für den ist es allemal besser, den Fortbestand der natürlichen Zähne zu verteidigen, und zwar bis an die Zähne bewaffnet mit allem, was zum Schutz der Zähne gut ist: Zahnbürste, Zahnpasta, Zahnseide.

Allerdings ist auch mit der besten Pflege der Verfall letztlich nicht aufzuhalten. "Die alten Zähne wurden schlecht, und man begann, sie auszureißen, die neuen kamen grade recht, um mit ihnen ins Gras zu beißen", dichtete einst der große Lebenskenner Heinz Erhardt.

Lachen und Klappen

Erhardts lustige Verse sind leicht verständlich. An ihnen wird sich keiner die Zähne ausbeißen. Dieses wird definiert als "an einer schwierigen Aufgabe trotz größter Anstrengungen scheitern".

Scheitern wird man bei Erhardt höchstens daran, bei seinen Versen nicht lachen zu müssen. Wer’s vermeiden will, muss die Zähne zusammenbeißen. Für gewöhnlich beschreibt das Zähnezusammenbeißen nicht die Unterdrückung von Lachlust, sondern die von Schmerz oder Wut und Zorn. Das kann zu sehr verspanntem Zähneknirschen führen.

Aus! Ziehen!

Wem es schlecht geht, von dem sagt man: "Er geht auf dem Zahnfleisch." Das heißt er hat zum Essen so wenig, dass es kaum reicht. Selbst für einen hohlen Zahn nicht – den er womöglich nicht mal mehr hat.

Da nutzt auch der beschwerliche Gang zum Zahnarzt nichts. Der wird einem den letzten – nur noch bildlichen – Zahn ziehen, d.h. die Hoffnung auf bessere Zeiten nehmen. Den Zahn ziehen kann auch positiv gemeint sein. Sagt einer: "Diesen Zahn lass dir ziehen", so meint es: "Diesen dummen Gedanken musst du aufgeben." Ein solcher Gedanke wäre, man wisse alles über Zähne.

Fragen zum Text

Wenn jemand einen ganz schönen Zahn drauf hat, …

1. hat er/sie ein gutes Gebiss.

2. ist er/sie sehr schnell.

3. ist er/sie langsam.

Wenn man jemanden gründlich prüft, dann sagt man auch, …

1. dass man auf dem Zahnfleisch geht.

2. dass man ihm/ihr auf den Zahn fühlt.

3. dass man ihm/ihr einen Zahn zieht.

Jemand, der sich an einer Sache die Zähne ausbeißt, …

1. scheitert trotz größter Anstrengungen.

2. hat nichts mehr zum Essen.

3. braucht einen neuen Zahnarzt.

Arbeitsauftrag

Suchen Sie sich eine Redewendung rund um Zähne aus dem Text raus. Erklären Sie sie Ihrer Klasse pantomimisch – also schauspielerisch und ohne dabei etwas zu sagen. Der, der die Redewendung errät, muss kurz erklären, was sie bedeutet. Viel Spaß!

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