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Digitales Leben

YouTube-Rewind 2015: Fünfjährige auf Platz 1

Rund 118 Millionen Mal wurde bei YouTube ein Clip mit der kleinen Tänzerin Heaven angeklickt, die damit auch Obama hinter sich ließ. Im liebevoll parodistischen Rewind-Jahresrückblick brachte ihr das einen Ehrenplatz.

"Watch Me"

heißt der Gute-Laune-Clip: Die fünfjährige Heaven King tanzt darin mit lachsfarbenem Tutu und großer Haarschleife mit ihren Freundinnen zum gleichnamigen Song von Rapper Silento und fährt mit einem pinkfarbenen Geländewagen in Kindergröße herum. Häufiger als jedes andere Video auf der Plattform wurde der Clip angeklickt. Deswegen spielt die kleine Heaven beziehungsweise ihr Double eine Hauptrolle im "YouTube Rewind 2015", das aktuelle Trends und Hypes parodiert und die erfolgreichsten Clips des Jahres nachspielt. Über 150 YouTuber aus der ganzen Welt wirken darin mit, darunter auch deutsche YouTube-Stars wie LeFloid, Dner oder Julienco.

Liam Neeson, Barack Obama und ein Familienvater

Einen Tag nach der Veröffentlichung hatte der rasante Spaß-Mix inklusive eines zusätzlichen Making of-Videos schon rund 32 Millionen Abrufe. "Anhand von Aufrufen, Likes, Shares, Suchen, Parodien, Remixen und Kommentaren haben wir die Top-Ten-Videos ermittelt, über die 2015 alle Welt gesprochen hat", heißt es in einer Presseerklärung des Unternehmens; daraus bastelte man, wie jedes Jahr, den unterhaltsamen "YouTube-Rewind" zusammen - und stellt eine Best Of-Liste auf.

Abgeschlagen hinter Heaven King landete in der Rangliste der meistgeklickten Videos ein Werbefilm für das

Videospiel "Clash of Clans"

mit Hollywoodstar Liam Neeson. Er brachte es mit 83 Millionen Klicks auf Platz 2. Erstmals öffentlich gezeigt wurde der Clip beim Super Bowl, dem Finale der American-Football-Meisterschaft.

Auf Platz 3 schließlich landet der Familienvater, der die Abwesenheit seiner Frau nutzt, um das Haus mit seinen Freunden und vielen Kindern mit Tausenden von

Plastikbällen

zu überschwemmen. "Oh my God" ist der Kommentar der Gattin, als sie heimkommt und beim Öffnen der Haustür von einer Plastikballlawine überrollt wird. Das Filmchen über das Kind im Mann kommt an: fast 57 Millionen Klicks.

Dicht dahinter platziert sich der Clip

"Love Has No Labels/ Diversity & Inclusion"

– ein Plädoyer für Toleranz und gegen Vorurteile. Damit liegt er vor Teenieschwarm Justin Bieber, der sich im Auto mit dem Briten James Corden beim Karaoke-Singen duelliert und einem singenden Polizisten aus dem US-Bundesstaat Delaware. Auf dem letzten Platz schließlich landete ein Video des US-Moderators Jimmy Kimmel und seiner beliebten

Show "Promis-lesen-Lästertweets"

. Kein geringer als der US-Präsident trägt hier gelassen Tweets vor, die sich gegen ihn richten – wie zum Beispiel: "Wie bringt man Obamas Augen zum Leuchten? Leuchte ihm mit einer Taschenlampe in seine Ohren." Über 34 Millionen Klicks brachte das Video bisher.

Mit einem Elefantenrüssel fing alles an

Man muss allerdings nicht berühmt sein, um auf YouTube ein Star zu werden. Süße Kätzchen, lachende Babys, Peinlichkeiten, Schminktipps, Videospiel-Anleitungen oder selbstgedrehte Musikvideos: Alles kann zum Klickgaranten werden. In jeder einzelnen Minute werden 100 Stunden Videomaterial auf die Plattform hochgeladen, und jeden Monat besuchen mehr als eine Milliarde Menschen YouTube, die sich sechs Milliarden Stunden lang Videos anschauen.

Als die YouTube-Gründer Jawed Karim, Chad Hurley und Steve Chen am 23. April 2005 mit ihrem Portal an den Start gingen, hätten sie sich wohl kaum träumen lassen, dass es je so erfolgreich werden würde. Sie wollte einfach nur eine Plattform schaffen, auf die man selbstgemachte Clips hochlanden konnte.

Das erste Selfmade Video der drei Freunde war gerade mal 18 Sekunden lang und hieß "Me at the zoo" (Ich im Zoo). Darin steht Jawed Karim vor einem Elefantengehege. Das Coole an den Elefanten sei, dass die echt lange Rüssel hätten, sagt er. Blick über die Schulter. "Und das ist auch so ziemlich alles, was es dazu zu sagen gibt."

Unverhofft zum Multimillionär

Am Anfang dümpelte YouTube ziemlich erfolglos durchs Netz. "Zunächst kam kaum jemand auf die Seite. Das Produkt war primitiv", erzählte Karim Jahre später bei einer Rede an seiner ehemaligen Universität. "Man konnte nicht mal selbst wählen, welche Videos es zu sehen gab. YouTube entschied das stattdessen selbst, völlig wahllos."

Doch der Netzgigant Google erkannte früh das Potential der Videoplattform und kaufte es 2006 auf. YouTube-Mitbegründer Hurley sprach damals davon, dass "der König der Suchmaschinen und der König des Videos" sich zusammengetan hätten. Über Nacht wurden er, Karim und Chen zu Multimillionären. Doch Google musste den Deal nie bereuen, denn mit YouTube lässt sich dank eingeblendeter Werbung richtig viel Geld verdienen.

Gigantische Werbemaschine

Es ist das Medium der Jugend, denn sie sieht längst nicht mehr vor dem guten alten Fernsehapparat, sondern bei YouTube fern - und das weltweit: YouTube gibt es in 75 Ländern und 61 Sprachen. Der Kanal hat in seine Videokünstler investiert und Studios in Los Angeles, Tokio, London, New York und Sao Paulo eröffnet. Doch die meisten YouTuber sitzen zuhause vor der Webcam und lassen ihr Publikum, das meist zwischen 12 bis 20 Jahren alt ist, an ihrem Wissen teilhaben.

In Bibis Beauty Palace erklärt besagte Bibi alias Bianca Heinicke auf ihrem Kanal, wie man sich am besten schminkt, und Julien Bam widmet sich philosophischen Fragen wie

"Eine Frage der Perspektive"

. Beide haben im deutschsprachigen Raum Millionen von Abonnenten und 2015 den größten Zuwachs an Fans zu verzeichnen, verrät die You-Tube-Statistik. Auch LeFloid, der Kanzlerin Merkel interviewte oder Julienco, der "10 Arten von Jungen präsentiert" - vom Assi bis zum Klugscheißer - fehlen nicht in der Top-

Trending-Liste

Trending-Liste.

Neben der Liste der beliebtesten Videos 2015 hat YouTube ebenfalls zusammengestellt, welche Musikvideos besonders häufig geklickt wurden. "Maroon 5" schafften es dabei auf Platz zwei, Adele auf Platz neun und Taylor Swift ist gleich dreimal vertreten.

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