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Wirtschaft

Yellen warnt vor Rücknahme von Reformen

Sie sagte zwar kein Wort zur aktuellen Geldpolitik - dafür warnte US-Notenbankchefin Janet Yellen in ihrer mit Spannung erwarteten Rede beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole vor einer Deregulierung des Finanzsektors.

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Politik vor einem Zurückdrehen der Finanzmarktregulierung gewarnt. Anpassungen am Rahmenwerk sollten dezent ausfallen, betonte die Präsidentin der Federal Reserve am Freitag auf der an den Finanzmärkten mit Spannung verfolgten Konferenz der Notenbanker in Jackson Hole. Es gehe darum, die durch Reformen "gesteigerte Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems" zu bewahren. US-Präsident Donald Trump strebt eine Aufweichung der Bankenregulierung an, die nach der Finanzkrise beschlossen wurde. Beobachter, die einen Fingerzeig Yellens mit Blick auf den zinspolitischen Kurs erhofft hatten, wurden enttäuscht: Die Fed-Chefin erwähnte die Geldpolitik mit keinem Wort.

Der Dollar kam deswegen unter die Räder: Der Euro kletterte zeitweise um 0,7 Prozent auf 1,1884 Dollar. "Durch das Auslassen geldpolitischer Kommentare fühlt sich der Markt in seiner Einschätzung bestätigt und rechnet erstmal nicht damit, dass es zu baldigen Zinsanhebungen kommt", erläuterte Commerzbank-Expertin Antje Praefcke. Die Fed hob den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld zuletzt im Juni auf das Niveau von 1,0 bis 1,25 Prozent an und will bis Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt. Im Führungskreis der Notenbank werden aber immer wieder unterschiedliche Stimmen laut, wie es weitergehen soll: Während die Chefin des Fed-Bezirks Cleveland, Loretta Mester, schrittweise Anhebungen für angemessen hält, mahnte ihr Kollege Robert Kaplan von der Dallas-Fed zur Vorsicht.

"Wichtige Botschaft"

Auch wenn sich Yellen nun aus dieser Debatte heraushielt, nutzte sie laut dem Experten Naeem Aslam vom Handelshaus Think Markets das Forum der Notenbank-Konferenz im US-Bundesstaat Wyoming wirksam, um eine wichtige Botschaft auszusenden: "Sie will definitiv nicht, dass die Finanzregulierung offensiv umgestaltet wird. Die Frage ist nur, wie viel Einfluss sie darauf hat." Trump hat angeordnet, dass die Wall-Street-Reformen von 2010 überprüft werden sollen.

Das im Dodd-Frank-Gesetz zusammengefasste Regelwerk war die zentrale Lehre, die die USA aus der Finanzkrise gezogen haben. Damals wurden Banken weltweit mit Hilfe von Liquiditätsgarantien und Steuermilliarden vor dem Zusammenbruch gerettet. Trump hatte wiederholt kritisiert, Dodd-Frank gebe der Finanzaufsicht zu viel Macht. US-Banken könnten so nicht richtig funktionieren, was die Wirtschaft bremse. Yellen sagte in Jackson Hole, bei manchen Menschen sei offenbar die Erinnerung verblasst, wie teuer die Krise gewesen sei.

tko/ (rtr, dpa)

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