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Digitales Leben

Yahoo will Facebook an den Kragen

Im Tech-Business häufen sich Gerichtsverfahren wegen Patentstreitigkeiten. Jetzt will Yahoo seinen größten Konkurrenten Facebook verklagen.

ARCHIV - Die Zentrale von Yahoo in Sunnyvale (undatiertes Handout). Das Internet-Urgestein Yahoo macht Ernst mit seiner Drohung und klagt gegen Facebook EPA/YAHOO INC./HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES +++(c) dpa - Bildfunk+++ pixel

Zentrale von Yahoo in Sunnyvale

Das Internet-Urgestein Yahoo will das weltweit größte Online-Netzwerk Facebook vor Gericht sehen. Facebook soll bei Yahoo Ideen geklaut haben. Facebook jedoch zeigt sich keiner Schuld bewusst und weist sämtliche Vorwürfe von sich. "Das sind rätselhafte Aktionen", heißt es aus der Chefetage von Facebook, dagegen werde man sich mit allen Mitteln wehren.

Ein wenig spürt man dennoch die Nervosität, die von Facebook ausgeht, immerhin steht das Unternehmen vor einem der größten wirtschaftlichen Coups in dieser Branche. Im Sommer will Facebook an die Börse, und schon jetzt spricht man von einem Börsenwert von 100 Milliarden Dollar. Eine so schwerwiegende Klage, wie sie jetzt von Yahoo droht, könnte die Anleger verschrecken.

Zehn Patentsverletzungen

Yahoo beansprucht für sich, eine ganze Reihe grundlegender Funktionen sozialer Netzwerke erfunden zu haben - wie das Verschicken von Nachrichten, die Anzeige von Neuigkeiten oder die Kommentierung von Postings.

Die Klageschrift, die Yahoos Anwälte jetzt im kalifornischen San José eingereicht haben, beinhaltet eine Liste von zehn Patenten, die Facebook verletzt haben soll. Mit anderen Worten: Facebook soll bei Yahoo ordentlich geklaut haben. Viele der Technologien, mit denen Facebook arbeite, seien von Yahoo entwickelt worden, dafür wolle man nun Schadenersatz haben, der noch nicht näher beziffert ist. Dass es sich bei einer solchen Summe nicht um "Peanuts" handeln wird, ist allen klar.

Beide Internetkonzerne konkurrieren um das Geschäft mit der Werbung im Netz. Während Facebook immer größer wurde, gingen die Nutzerzahlen beim einstigen Internet-Pionier Yahoo zurück. Das machte sich bei Yahoo schnell bemerkbar: Die Einnahmen sanken, während Marc Zuckerberg sein Facebook-Imperium immer weiter ausbaute.

Yahoo will oben bleiben

Seit der neue Konzernchef Scott Thompson Anfang des Jahres das Ruder bei Yahoo übernommen hat, wird im Konzern ordentlich aufgeräumt. Schon im Januar wurden mehrere Topmanager ausgewechselt, fast die gesamte Chefetage ist neu besetzt. Dass Thompson sich nun für diesen Schritt entscheidet und genau jetzt seinen größten Konkurrenten verklagen will, ist eine strategische Entscheidung, die in dieser Branche nicht unüblich ist.

ARCHIV - Auf einem Tisch liegen am 17.08.2011 Tablet-Computer von Apple (r) und Samsung. Das Landgericht will am Freitag (09.09.2011) die Entscheidung im Ideenklau-Streit zwischen Apple und Samsung verkünden. Apple wirft Samsung vor, mit dem Tablet Galaxy Tab 10.1 das iPad kopiert zu haben. Foto: Federico Gambarini dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

Das Galaxy Tab 10.1 - eine iPad 2 Kopie?

Überhaupt wird im Tech-Business mit Klagen nur so um sich geworfen. Meistens geht es um Patentstreitigkeiten. Da wird heftig um Technologien gestritten, die in Smartphones und Tablets genutzt werden, beteiligt sind unter anderem Branchenriesen wie Apple, Microsoft, Samsung oder Motorola. Gerade erst hat Samsung erneut gegen Apple geklagt – beim iPhone 4S und beim iPad soll Apple bei Samsung abgeguckt haben. Die beiden Technologie-Riesen haben inzwischen in zehn Ländern mehr als 30 Verfahren gegeneinander laufen. Wie auch immer diese Verfahren ausgehen: Allein ein vorübergehender Verkaufsstopp des Konkurrenz-Produkts gilt als Erfolg und spült dem Sieger bares Geld in die Kassen.

Autorin: Silke Wünsch
Redaktion: Johanna Schmeller

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