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Wirtschaft

Yahoo und Google kooperieren im Werbegeschäft

Fünf Monate hatte er gedauert, der Fusionspoker zwischen Microsoft und Yahoo. Nun ist er beendet. Yahoo erklärte die Übernahmegespräche für gescheitert. Man werde jetzt mit Google zusammenarbeiten.

Schriftzüge von Yahoo und Google übereinander montiert (dpa)

Yahoo und Google: Microsoft ausgebootet

In einer kurzen Erklärung teilte Yahoo am Donnerstag (12.06.2008) in San Francisco mit, Microsoft habe sein Angebot einer Übernahme des kompletten Unternehmens oder einiger Teile zurückgezogen, da Yahoo nicht daran interessiert gewesen sei, seine Suchmaschine - wie von Microsoft gewünscht - separat zu verkaufen. Zwei Stunden später gab Yahoo-Chef Jerry Yang dann die Zusammenarbeit mit Google bekannt.

Das Abkommen sieht vor, dass Yahoo von Google verkaufte Werbung auf einigen seiner Webseiten in den USA und Kanada zulässt. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf vier Jahre angelegt mit der Option, sie um zweimal drei Jahre zu verlängern. Um kartellrechtliche Bedenken auszuräumen, wird zudem anderen Internetfirmen erlaubt, sich an den Auktionen um die lukrativsten Werbeschaltungen zu beteiligen. Yahoo-Chef Yang erhofft sich nach eigenen Angaben ein besseres Geschäft durch die Zusammenarbeit mit Google statt mit Microsoft. Er erwarte einen Umsatz von 800 Millionen Dollar jährlich.

Enttäuschung und Freude bei Aktionären

Die Börsen sahen das nicht so optimistisch. Der Kurs der Yahoo-Aktie stürzte am Donnerstagabend nach Bekanntwerden der Nachricht über die gescheiterten Microsoft-Gespräche um mehr als zehn Prozent ab. Die Microsoft-Aktie legte dagegen um vier Prozent zu. Die Anleger waren froh, dass der Softwaregigant nun zumindest keinen überhöhten Preis mehr für die Übernahme Yahoos zahlen würde. Die Google-Aktie stieg gar um fast acht Prozent auf 553 Dollar.

Schriftzüge von Microsoft und Yahoo übereinander montiert

Ende eines Wunsches?

Börsen-Analysten sehen die Kooperation zwischen der Nummer Eins, Google, und der Nummer Zwei, Yahoo, auf dem US-Werbemarkt positiv. Für Google sei das ein strategischer Gewinn, der Microsoft im Internet durchaus ausgeschaltet haben könnte. Google hält schon jetzt rund 75 Prozent des elf Milliarden Dollar schweren Werbemarktes im Internet. Microsoft seinerseits werde nun versuchen, sich im Suchmaschinen-Wettbewerb besser gegen Google zu positionieren, indem es nach anderen Übernahmekandidaten suche. Einer sei AOL.

Yahoo hat sich die Tür für eine mögliche Übernahme durch Microsoft oder einen anderen Interessenten noch offen gehalten: Sollte es dazu kommen, erhielte Google bis zu 250 Millionen Dollar.

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