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Wirtschaft

Yahoo-Gründer tritt ab

Der Chef des krisengeschüttelten Internet-Konzerns Yahoo, Jerry Yang, hat seinen Rücktritt angekündigt. Er reagiert damit auf den Druck nach der geplatzten Übernahme durch Microsoft.

Jerry Yang, Quelle: AP

Jerry Yang (Archivbild)

Der Yahoo-Gründer Jerry Yang wird seinen Posten als Vorstandschef des Internetportals aufgeben, sobald ein Nachfolger zur Verfügung steht. Dies gab das Unternehmen am Montag (17.11.2008) bekannt. Der 40-jährige Mitgründer zieht damit die Konsequenzen aus dem massiven Druck nach der im Sommer geplatzten Übernahme durch den Softwarekonzern Microsoft. Der Rückzug Yangs heizte umgehend neue Übernahmespekulationen an.

Yahoo kämpft mit sinkenden Gewinnen und streicht derzeit weltweit rund zehn Prozent der Stellen. Der Konzern leidet vor allem unter dem Wettbewerb mit dem Rivalen Google.

Weiter im Verwaltungsrat

Yahoo-Schild bei einer Messe in Las Vegas. Qieööe_ AÜ

Yahoo-Schild bei einer Messe in Las Vegas

Zusammen mit dem Verwaltungsrat werde Yang einen Nachfolger suchen und während dieser Zeit noch im Amt bleiben. In Frage kämen sowohl interne als euch externe Kandidaten, teilte das Unternehmen am Sitz in Sunnyvale in Kalifornien mit. Mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten wurde eine Beratungsfirma beauftragt. Yang soll auch künftig wichtige Aufgaben für Yahoo wahrnehmen und wie bisher dem Verwaltungsrat angehören.

Der 40-jährige Yang hatte Yahoo 1994 gemeinsam mit einem Studienkollegen gegründet und ist der Firma seit langem als "Chief Yahoo" verbunden. Diesen symbolischen Titel wird er den Angaben zufolge beibehalten. Erst im Juni vergangenen Jahres hatte er selbst wieder das Ruder übernommen, um das Unternehmen zurück in die Erfolgsspur zu führen.

Geplatzte Übernahme

Werbe-Schild am New Yorker Times Square, Quelle: AP

Werbe-Schild am New Yorker Times Square

Seither hat es jedoch viele Probleme gegeben. Microsoft hatte Yahoo vor einigen Monaten für mehr als 40 Milliarden Dollar kaufen wollen, um gemeinsam die Dominanz des Internet-Konzerns Google im boomenden Geschäft mit Werbung rund um die Online-Suche zu brechen. Yang lehnte jedoch mehrfach ab und wollte stattdessen eine Allianz mit Google eingehen. Google ließ die Pläne aber vor wenigen Wochen wegen Bedenken der Wettbewerbshüter und Protesten von Werbekunden platzen.

Zahlreiche Aktionäre wie der streitbare Großinvestor Carl Icahn hatten Yang für seinen Kurs scharf kritisiert. Viele Anteilseigner verloren durch das Nein zur Microsoft-Offerte hohe Summen, denn der Aktienkurs des Unternehmens stürzte seither deutlich ab. Microsoft hatte am Schluss 33 Dollar je Yahoo-Aktie geboten, zum Handelsschluss am Montag notierte sie bei 10,63 Dollar. Microsoft hatte zuletzt mehrfach offiziell betont, keine neue Offerte mehr machen zu wollen. Zugleich aber sorgten Äußerungen von Yang und Microsoft-Chef Steve Ballmer immer wieder für Spekulationen. Berichten zufolge sprach Yahoo auch wiederholt mit dem Internet-Portal AOL aus dem Time-Warner-Konzern über ein Zusammengehen. (stu)

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