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Wirtschaft

Yachten auf der "boot": 160 Tonnen Luxus

Die größte Wassersportmesse der Welt, die "boot" in Düsseldorf, ist seit 40 Jahren ein Muss für alle Wassersportfreunde. Aber verkaufen sich die Luxusyachten auch in der Wirtschaftskrise?

Ein echter Hingucker: Die größte Yacht der Messe: die '2 B' der Firma Drettmann

Ein echter Hingucker: Die größte Yacht der Messe: die "2 B" der Firma Drettmann

In diesem Jahr ist die Ausstellung für die Verantwortlichen etwas ganz Besonderes: Die Düsseldorfer Messe "boot" wird 40. Es darf also gefeiert werden. Aber leidet nicht auch der Verkauf von Booten und Luxusyachten unter der Weltwirtschaftskrise? "Auch unsere Klientel ist sicherlich etwas vorsichtiger geworden, aber man merkt auch wieder Optimismus," sagt Messe-Direktor Goetz-Ulf Jungmichel. "Wir sind der krönende Abschluss der Saison. Hier gibt es alles vom Bikini bis zu Megayacht."

Auch die Surfer kommen bei der 'boot' auf ihre Kosten

Auch die Surfer kommen bei der "boot" auf ihre Kosten

1650 Aussteller aus 55 Ländern zeigen in 17 Hallen auf 220.000 Quadratmetern auf dem Messegelände in Düsseldorf, was der Wassersport alles zu bieten hat. Bis Sonntag (25.01.2009) können die Besucher in die Welt des Tauchens hineinschnuppern, sich mit Kanu-, Rudersport oder Speedsegeln vertraut machen, Powerboote bestaunen oder riesige Yachten begehen.

Wie in den letzten Jahren sind vor allem die Großyachten ein echter Zuschauermagnet. Die meisten Besucher wollen nur ein bisschen träumen. Ein solches Schiff zu besitzen, können sich nur wenige leisten. Blickfang unter den Megayachten ist ein Werk der Firma Drettmann. Wer sich die Yacht aus der Nähe ansehen möchte, der muss sich die Schuhe ausziehen. "Das ist ein altes Seefahrer-Gesetz: Keiner geht mit Schuhen an Bord," erklärt Andreas Schmidt, Vizepräsident der Drettmann Group.

"Von allem nur das Beste"

Auch an die Bar wurde auf der '2 B' gedacht

Auch an die Bar wurde auf der "2 B" gedacht

Also die Schuhe aus und rauf auf die größte Luxusyacht, die die "boot" in diesem Jahr zu bieten hat. "2 B", gesprochen "to be", heißt sie. "2 B" macht ihrem Namen alle Ehre: "Sie ist" – und zwar nicht irgendwie, schon gar nicht unscheinbar, sondern einfach riesig. Fast 28 Meter lang und 160 Tonnen schwer – ein echter Luxuskoloss. Allerdings nicht unbedingt ein Schnäppchen: Der deutsche Käufer hat rund neun Millionen Euro bezahlt.

"Alle Materialien die sie hier sehen, kaufen wir in Europa ein. Ob das die Stoffe von Jaap sind oder die Motoren von MAN - von allem nur das Beste," sagt Schmidt. "2 B" gehört zur Serie der Bandido-Yachten, die komfortabel und luxuriös sind – dafür weniger sportlich und schnell als die Boote der Konkurrenz. "Der künftige Eigner kann sich vom Motor bis zur Kuchengabel alles selber aussuchen."

Zweimal 1100 PS

Gemütliche Sofaecke an Deck der '2 B'

Gemütliche Sofaecke an Deck der "2 B"

Auch die "2 B" ist komplett eingerichtet. Die Betten sind bezogen, das Küchengeschirr steht in den Schränken. Die Umrundung der Erde kann mit diesem Gefährt, angetrieben von zwei 1100 PS-Motoren, sofort beginnen.

Der Inneraum ist in edlem, dunklem, seidenmattem Nussbaumholz gehalten. Spätestens im Salon hat man nicht mehr das Gefühl, auf einem Schiff zu sein. "Richtig, es ist wie ein wunderschönes Haus angelegt. Das einzige, was vielleicht für den einen oder anderen lästig ist, ist das Treppensteigen. Wer das gar nicht mag, dem bauen wir auch einen Fahrstuhl ein."

Yachten dieser Preisklasse verkaufen sich weiterhin gut, trotz Wirtschaftskrise, sagt Schmidt. Die Käufer sind schlicht so reich, dass es auf ein paar Millionen nicht ankommt. Spürbar sei die Krise eher beim Verkauf von Mittelklasse-Booten. Der Besitzer der "2 B" hat seine Firma verkauft, sich zur Ruhe gesetzt und sich mit dem schwimmenden Haus einen Lebenstraum erfüllt.

Schönheits-Operationen auf hoher See?

Der komfortable Salon der '2 B'

Der komfortable Salon der "2 B"

Der Rundgang geht weiter: "Hier befinden wir uns in dem Eigner-Schlafzimmer. Jeweils links und rechts mit zwei begehbaren Kleiderschränken und einem Tresor für alle Wertsachen. Alle Räume sind mit Fernseher ausgestattet." Weiter geht´s ins geräumige Badezimmer. "Wer möchte, kann hier auch eine Sauna eingebaut bekommen."

Nur selten können die Vorstellungen der reichen Kunden nicht umgesetzt werden, aber es gibt durchaus besonders kuriose Fälle. "Wir hatten letztes Jahr einen Kunden, der wollte anstatt des Salons einen Operationssaal haben, um dort Schönheits-Operationen vornehmen zu lassen. Er sagte: 'Die Frau wird dann nach den Wünschen des Mannes ummodelliert und der Mann steuert oben das Schiff'," erzählt Schmidt. "Wir mussten das aber letztlich canceln, da das Schiff sehr ruhig liegen muss, damit der Chirurg sein Messer richtig ansetzen kann."

Luxus trotzt der Wirtschaftskrise

Weil es solche Wünsche und Menschen, die sich diese leisten können, gibt, werden Nobel-Firmen wie Drettmann die Wirtschaftskrise meistern, glaubt Schmidt. "Die Menschen, die jetzt viel Geld verloren haben, werden die ersten sein, die wieder viel Geld erwirtschaften. Sicherlich wird das Jahr 2009 noch einmal stramm werden, aber wir sind sicher, dass wir diese Krise überstehen."

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