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Top-Thema – Podcast

Wutbürger – Wort des Jahres 2010

Das Wort des Jahres 2010 heißt "Wutbürger". Es bringt den Ärger der Menschen darüber zum Ausdruck, dass Politiker Entscheidungen treffen, ohne die Meinung der Bevölkerung zu berücksichtigen.

Jedes Jahr wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache ein Wort, das den Nerv der Zeit trifft. In der Begründung zur Wahl des Wortes "Wutbürger" heißt es: "Das Wort dokumentiert ein großes Bedürfnis der Bürgerinnen und Bürger, über ihre Wahlentscheidung hinaus ein Mitspracherecht bei gesellschaftlich und politisch relevanten Projekten zu haben." Kurz gesagt: Die Menschen sind wütend, wenn Politiker über ihren Kopf hinweg entscheiden.

Für die Wahl wurden zuerst etwa 2000 Wörter und Wendungen gesammelt. Hieraus wählte die Jury zehn Wörter. In einer Mitteilung betont sie, dass das Wort ein sprachlicher Jahresrückblick sein soll. Auch das Wort auf Platz 2 bringt Wut gegen Entscheidungen zum Ausdruck, die "die da oben" treffen: "Stuttgart 21". So heißt das Projekt des geplanten neuen Stuttgarter Bahnhofs, gegen den es große Proteste gab. Weitere Wörter unter den ersten zehn waren "Wikileaks", "Aschewolke" und "Vuvuzela".

Die Internetseite Wikileaks hat weltweite Aufmerksamkeit bekommen, als sie geheime Dokumente im Internet veröffentlichte. Die Aschewolke eines isländischen Vulkans brachte im Frühjahr 2010 den Flugverkehr in ganz Europa zum Erliegen. Die Plastiktröte Vuvuzela begleitete die letzte Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Genauso wie "Wutbürger" bringen alle diese Worte Phänomene zum Ausdruck, die das Jahr 2010 in Deutschland mitgeprägt haben.

Glossar

etwas zum Ausdruck bringen – etwas sagen; etwas zeigen

eine Entscheidung treffen – etwas entscheiden

den Nerv der Zeit treffen – die Menschen zu einer bestimmten Zeit besonders beschäftigen

etwas dokumentieren – die Realität zeigen

Bedürfnis, das – der Wunsch

Wahlentscheidung, die – die politische Wahl

Mitspracherecht – hier: das Recht darauf, an einer Entscheidung beteiligt zu sein

relevant – wichtig

über (ihren) Kopf hinweg – ohne jemanden nach seiner Meinung zu fragen

Wendung, die – die Redensart, die Redewendung

Jury, die – eine Gruppe von Personen, die bei einem Wettbewerb entscheidet, wer gewinnt

Jahresrückblick, der – der Überblick über das vergangene Jahr

die da oben – umgangssprachlich für: die Politiker

Aschewolke, die – die graue Wolke, die über einem Feuer (hier: einem Vulkan) entsteht

Dokument, das – hier: ein Text, der wichtige Informationen enthält

etwas zum Erliegen bringen – etwas stoppen

Tröte, die – ein Gegenstand, in den man Luft hinein bläst, damit ein Ton heraus kommt

Fußball-Weltmeisterschaft, die – der alle vier Jahre stattfindende Fußball-Wettkampf zwischen vielen Ländern der Welt

Phänomen, das – hier: das Ereignis

etwas mitprägen – etwas mitbeeinflussen; eine besondere Rolle für etwas spielen

Fragen zum Text

1. Das Wort "Wutbürger" bringt den Ärger der Bürger darüber zum Ausdruck, dass …

a) sie kein Mitspracherecht in Form einer Wahlentscheidung haben.

b) die Politiker bei Problemen fast immer die falsche Lösung wählen.

c) die Politiker Dinge entscheiden, ohne die Menschen nach ihrer Meinung zu fragen.

2. In Verbindung mit welchem Wort denkt man an Protest?

a) Wikileaks

b) Stuttgart 21

c) Vuvuzela

3. Schnee kann den Verkehr zum … bringen.

a) Ausdruck

b) Ärger

c) Erliegen

4. Was kann man nicht sagen? "Das Wort des Jahres soll die Stimmung in der Gesellschaft … ."

a) ausdrucken

b) zum Ausdruck bringen

c) ausdrücken

5. Wo kann man "treffen" nicht einsetzen?

a) Politiker … Entscheidungen manchmal über die Köpfe der Bürger hinweg.

b) Das Wort des Jahres soll den Nerv der Zeit … .

c) Bei der Wahl des Wort des Jahres muss die Jury zuerst 10 Wörter … .

Arbeitsauftrag

Welches deutsche Wort bringt Ihrer Meinung nach eine Eigenschaft oder die Stimmung der Deutschen besonders gut zum Ausdruck? Formulieren Sie zwei bis drei Beispielsätze, in denen das Wort vorkommt. Schreiben Sie dann einen kurzen Text, in dem Sie erklären, warum Sie das Wort gewählt haben.

Autoren: Martin Muno/Anne Gassen
Redaktion: Raphaela Häuser

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