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Aktuell Asien

Wut und Trauer nach Brandkatastrophe

Nach dem verheerenden Großbrand in einer Textilfabrik in Bangladesch ist es zu teils gewalttätigen Protesten tausender Arbeiter gekommen. Die Demonstranten bewarfen Fabrikgebäude mit Steinen und zerstörten Autos.

Mehrere tausend Textilarbeiter errichten aus Protest gegen die schlechten Arbeitsbedingungen in den Unternehmen Barrikaden auf den Straßen des Industrieviertels am Rande der Hauptstadt Dhaka. Dort waren bei der Brandkatastrophe am Samstag mindestens 111 Menschen um Leben gekommen und rund 200 verletzt worden. Die Textilfabrik produzierte auch für C&A und andere europäische und US-amerikanische Firmen.

Wegen der Proteste blieben am Montag in Dhaka rund 200 Fabriken geschlossen. Überlebende des Brandes und ihre Kollegen von angrenzenden Betrieben forderten lautstark mehr Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen. Auch verlangten sie die Bestrafung der Verantwortlichen. Die Polizei verstärkte ihre Präsenz in dem Industriegebiet, um Unruhen zu verhindern. Zudem appellierten die Textilarbeiter an die Behörden, die exakte Zahl der Toten zu ermitteln. Sie vermissten nach wie vor viele ihrer Kollegen.

Eine Textilarbeiterin vor den verbrannten Überresten in der Fabrik (Foto: Reuters)

Ein Bild der Verwüstung nach dem verheerenden Feuer

Der Verband der Textilhersteller und -exporteure in Bangladesch versprach neben einer Entschädigung für die Angehörigen der Toten, auch die Kosten für die medizinische Behandlung der Verwundeten zu übernehmen. Jede Familie, die einen Toten zu beklagen hat, solle 1230 Dollar (umgerechnet 948 Euro) erhalten, hieß es.

Nationaler Trauertag

Das Kabinett entschied am ersten Sitzungstag nach der Tragödie, den Dienstag zum nationalen Tag der Trauer zu erklären. Die Nationalflagge soll auf halbmast wehen und alle Textilfabriken im Land, die Millionen Menschen beschäftigen, geschlossen bleiben.

Unterdessen kam es am Montag in Dhaka erneut zu einem Brand in einem Bekleidungsbetrieb. Das Feuer in dem zwölfstöckigen Gebäude mit mehreren Näh-Betrieben im Stadtteil Uttara konnte aber schnell unter Kontrolle gebracht werden. Nach Behördenangaben konnten sich alle Arbeiter rechtzeitig in Sicherheit bringen. Acht Menschen erlitten aber Rauchvergiftungen, wie die Feuerwehr mitteilte.

In Bangladesch gibt es rund 4.000 Textilfabriken. Die Gewerkschaften des Landes üben seit langem Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen in den Betrieben. Das südasiatische Land ist nach China der zweitgrößte Textilproduzent der Welt.

re/hp (dapd, rtr, dpa, afp)

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