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Fußball

Wunschtraum: Deutsches Halbfinale

Der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg stehen im Viertelfinale der Europa League vor lösbaren Aufgaben. Setzen sich beide durch, kommt es in der Vorschlussrunde zum direkten Duell der beiden Bundesligisten.

Spielszene Hamburger SV gegen Wolfsburg (Foto: AP)

Hamburg und Wolfsburg wollen ins Halbfinale

Der FC Fulham und Standard Lüttich, das sind keine Namen, die im europäischen Spitzenfußball Angst und Schrecken verbreiten. Sie fallen eher unter die Kategorie "lösbare Aufgabe", dementsprechend werden auch die letzten beiden noch in der Europa League verbliebenen Bundesligaclubs, der Hamburger SV und der deutsche Meister VfL Wolfsburg, ihre Viertelfinal-Hinspiele angehen.

Sogar sehr selbstbewusst und mit der festen Zielsetzung "Finale" ist der VfL Wolfsburg nach London gereist. In der englischen Hauptstadt wartet der FC Fulham, derzeit nur Tabellenzwölfter der Premier League, an dem aber im Achtelfinale immerhin der italienische Rekordmeister Juventus Turin scheiterte. Nach einem 1:3 (1:3) in Italien drehten die "Cottagers" - so der Spitzname der Londoner - das Duell noch um und siegten im Rückspiel im heimischen Stadion "Craven Cottage" mit 4:1 (2:1).

Jubel, Marcel Schäfer klatscht mit Edin Dzeko ab (Foto: AP)

Marcel Schäfer weiß um die Stärken der Engländer, Edin Dzeko (r.) muss erst noch fit werden

"Ich denke, es spricht für sich, wenn man ins Viertelfinale kommt und vorher Juventus Turin ausgeschaltet hat", zollt Wolfsburgs Außenverteidiger Marcel Schäfer dem FC Fulham Respekt. "Sie sind ein sehr starker Gegner. Wir müssen gewappnet sein, wollen zu Null spielen und nach Möglichkeit selbst ein Tor erzielen."

Mit Torwart Mark Schwarzer steht nur ein Spieler bei Fulham auf dem Platz, der auch in Deutschland einem breiteren Publikum bekannt ist. Zwar sind unter anderem auch Damien Duff (Irland), Clint Dempsey (USA) und Brede Hangeland (Norwegen) Nationalspieler, internationale Spitzenklasse sind sie aber nicht. Das Team von Trainer Roy Hodgson stellt vielmehr ein starkes Kollektiv dar, dass - wenn alle Räder ineinander greifen - eben auch Juventus Turin schlagen kann. Ihr anderes Gesicht zeigten die "Cottagers" am vergangenen Wochenende. Bei Hull City, Drittletzter der Tabelle, gab es eine 0:2-Niederlage.

Dzeko fraglich

Trainer Lorenz-Günther Köstner steht mit verschränkten Armen (Foto: AP)

Froh über einen Gegner aus England - Köstner

Die Wolfsburger werden ohnehin weniger auf den Gegner schauen, sondern vielmehr auf die eigenen Stärken setzen. Noch nie sind die "Wölfe" in einem europäischen Wettbewerb so weit gekommen wie in diesem Jahr. Nun soll den begeisternden Auftritten gegen Villarreal und Rubin Kasan der nächste Coup folgen. Trainer Lorenz-Günther Köstner ist deutlich optimistischer als zuletzt: "Der englische Fußball dürfte uns entgegen kommen", sagte er. "Wenn wir uns auswärts gut verkaufen, können wir wieder gemeinsam mit unseren Fans eine Runde weiterkommen." Fraglich ist allerdings noch, ob Edin Dzeko, Wolfsburgs gefährlichster Torjäger mitwirken kann. Der Bosnier war im Training umgeknickt und plagt sich seitdem mit einer Kniereizung herum.

Unabhängig von Dzekos Teilnahme in London denkt Wölfe-Regisseur Zvjezdan Misimovic bereits an die Aufgaben nach Fulham. Seine Gedanken schweifen sogar schon bis zum Finale am 12. Mai in Hamburg: "Fulham ist machbar, und die Aufgabe danach mit dem HSV oder Lüttich auch. Es wäre ein Traum, wenn wir ins Finale kämen." Setzen sich die Wolfsburger nämlich durch, bekommen sie es im Halbfinale mit dem Sieger der Partie Hamburger SV gegen Standard Lüttich zu tun.

Gegen den Abwärtstrend

Im Duell mit dem belgischen Meister will der Hamburger SV die internationale Fußball-Bühne nutzen, um aus seiner augenblicklichen Krise wieder herauszufinden und sich die Chance auf ein Europapokalfinale im eigenen Stadion am 12. Mai weiter offen zu halten. Da kommt Standard Lüttich als Aufbaugegner gerade recht. Die Belgier befinden sich in einer ähnlichen Situation wie der HSV, als derzeit Achter der belgischen Meisterschaft müssen sie zwei Spieltage vor Schluss um den neuerlichen Europapokaleinzug bangen.

HSV-Stürmer Marcus Berg liegt am Boden (Foto: dpa)

In der Bundesliga läuft's nicht rund - der Hamburger SV muss wieder aufstehen

Nach der schwachen Bilanz in der Bundesliga-Rückrunde mit lediglich drei Siegen in elf Spielen und dem erschreckenden Auftritt am vergangenen Sonntag (28.03.2010) bei Borussia Mönchengladbach geht der HSV dennoch nur bedingt als Favorit ins Rennen. Trainer Bruno Labbadia, der sich noch vor Monaten auf die internationalen Auftritte seiner Elf freute, ist heute eher im Kreise der Mahner zu finden. "Lüttich ist nicht umsonst belgischer Meister geworden", warnt Labbadia. "Sie sind unglaublich diszipliniert, setzen gefährliche Konter und haben eine sehr geordnete Abwehr." In der Europa League verblüfften die unter anderen Panathinaikos mit einem 3:1-Auswärtssieg.

Labbadia unter Druck

Bruno Labbadia kratzt sich am Auge (Foto: AP)

Angeschlagen - Bruno Labbadia

Die zuletzt dicke Luft in Hamburg sollte nach einem Krisengipfel am Montag (29.03.2010), bei dem Mannschaft, Trainer sowie Klubchef Bernd Hoffmann und Sport-Vorstand Katja Kraus die schlechte Vorstellung gegen Mönchengladbach und den Abwärtstrend der vergangenen Monate aufarbeiteten, wieder reiner sein. Für Labbadia ist das Erreichen des Halbfinales nach dem Holper-Fußball seiner Mannen in den Vorwochen geradezu Pflicht. Aus der Schusslinie kann sich der nicht mehr unumstrittene Coach, dem schon Bundestrainer Joachim Löw als Nachfolger im Nacken sitzen soll, nur mit positiven Resultaten bringen.

Auch Ruud van Nistelrooy ist wieder tatendurstig. Nachdem er am Wochenende vor den Augen des niederländischen Nationaltrainers Bert van Marwijk gegen seinen Willen ausgewechselt worden war, macht der Torjäger nun wieder auf Versöhnung. "Mit einem Sieg können wir alles drehen", meinte er und trifft damit im schnelllebigen Fußball-Geschäft wohl den Nagel auf den Kopf.

In den weiteren Viertelfinalpartien haben es Bremen-Bezwinger FC Valencia mit Atletico Madrid und Benfica Lissabon mit dem FC Liverpool zu tun.

Autor: Andreas Ziemons (mit dpa, sid)

Redaktion: Dirk Eckert

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