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Fußball

Wundertüte FCB

Der FC Bayern ist in der Bundesliga wieder da. Nach dem lockeren 2:0 gegen uninspirierte Schalker kletterten die Münchner auf Platz zwei. Die Krise ist dennoch nicht überwunden, meint Arnulf Boettcher.

Der Traum der Bayern von drei Titeln in dieser Saison darf nach dem 2:0 gegen harmlose Schalke weitergehen. Vor allem der zuletzt arg gescholtene Franck Ribery hatte mit seinen beiden Treffern und großer Spielfreude maßgeblichen Anteil am wiedergefundenen Bayern-Glück. Doch gewonnen ist noch gar nichts. Denn nach wie vor liegen die Borussen aus Dortmund mit vier Punkten Vorsprung an der Spitze der Liga. Im DFB-Pokal müssen die Bayern bei den anderen Borussen, den außerordentlich heimstarken Mönchengladbachern, antreten. Und in der Champions League ist nach dem verdienten 0:1 beim FC Basel das Endspiel am 19. Mai im eigenen Stadion in weite Ferne gerückt.

Zaudern statt zaubern

Auch der Sieg gegen auswärtsschwache Schalker kann nicht über die Krise der Bayern hinwegtäuschen. Das schmeichelhafte 0:0 in der Liga bei Schlusslicht SC Freiburg ist nach wie vor präsent. Und auch die Niederlage in Basel deckte allzu deutlich die aktuellen Schwächen des deutschen Rekordmeisters auf. Der FCB verfügt zwar über tolle Einzelspieler, beim Thema Teamgeist scheint es jedoch zu hapern. Ohne Leidenschaft, ohne Ideen, ohne Überraschungen und recht statisch absolvierten die Profis nach der Winterpause zumeist ihr Programm. Der Sturm wirkt trotz Mario Gomez ungefährlich, die Abwehr offenbarte auch gegen Schalke erhebliche Schwächen.

Die Leichtigkeit und der Traumfußball der Hinrunde, den sogar Nicht- Bayern-Fans bewunderten, sind erst einmal verloren gegangen. Wieder einmal waren in München Brandreden angesagt. Vieles erinnert an die Situation im März 2001, als man in der Königsklasse mit 0:3 bei Olympique Lyon unterging und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer in seiner berühmten Wutrede sogar von "Altherrenfußball" sprach. Damals gewannen die Bayern am Ende allerdings sogar noch die Champions League gegen den FC Valencia.

Topstars mit Problemen

Jetzt ist die Krise der Bayern vor allem die Krise der Topstars. Arjen Robben zeigte zwar gegen Schalke Einsatzwillen, der Niederländer spielte aber wieder einmal eher unglücklich. Auch Kapitän Philipp Lahm läuft seiner Form hinterher. Wenigstens Franck Ribery, der Trainer Heynckes bei seiner Auswechslung in Basel sogar den Handschlag verweigerte, dribbelte und wirbelte gegen Schalke wieder wie in besten Zeiten. Aber nach wie vor macht sich auch das Fehlen von Bastian Schweinsteiger negativ bemerkbar.

In der Kritik steht inzwischen sogar Meistertrainer Heynckes, der in München eigentlich als unkündbar gilt. Er verzichtete in der Winterpause auf Neueinkäufe, obwohl die Reservebank im Gegensatz zu der von Meister Dortmund als nicht konkurrenzfähig wirkt. Der Sieg gegen Schalke macht den Bayern zwar wieder Mut, doch die gefährliche Situation ist noch nicht ausgestanden. Nach wie vor droht den Bayern das Desaster - zum zweiten Mal in Folge eine titellose Saison.

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Calle Kops

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