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Schleswig-Holstein

Wunden und Panik durch Wildschwein-Attacke in Heide

Ein aggressives Wildschwein hat in der schleswig-holsteinischen Stadt vier Menschen angegriffen und verletzt. Der Keiler musste sein Treiben mit dem Leben bezahlen. Dagegen konnte sich eine Sau davonstehlen.

Mehrere Helfer wuchten das 70 Kilogramm schwere Tier zum Abtransport in einem Geländewagen (Foto: picture alliance/dpa/H. Holmson)

Klappe auf, Wildschwein tot: Helfer wuchten das 70 Kilogramm schwere Tier zum Abtransport in einen Geländewagen

Nach Angaben der Einsatzkräfte startete der aufgebrachte Keiler seine "Vorstellung" im Zentrum von Heide mit einem Lauf über den Marktplatz - gemeinsam mit einer Sau. Gegen neun Uhr morgens drückte sich das 70 Kilogramm schwere Tier dann durch eine geschlossene Glastür in ein Optikergeschäft, verletzte eine ältere Frau und richtete "erhebliche Sachschäden" an. Eine Videoaufnahme zeigt, wie sich Menschen in dem Laden vor dem Tier in Sicherheit bringen.

Einem Mann eine Fingerkuppe abgebissen

Auf dem Weg zu einer benachbarten Sparkasse griff das Wildschwein dann eine Passantin an. In dem Geldinstitut selbst verletzte es einen Angestellten und biss zuletzt vor dem Gebäude einem Mann die Fingerkuppe ab. In der Sparkasse waren mehrere verängstigte Angestellte vor dem Keiler in ihre Büros geflüchtet. Sie wurden von der Feuerwehr mit Drehleitern über Fenster in Sicherheit gebracht, weil der Eingang durch das Borstentier blockiert war. Die vier Verletzten kamen in Krankenhäuser.

Die Sparkassen-Filiale in Heide, wo der Keiler - obwohl er keinen Cent anrührte - doch für erhebliche Panik sorgte (Foto: picture alliance/dpa/H. Holmson)

Die Sparkassen-Filiale in Heide, wo der Keiler - obwohl er keinen Cent anrührte - doch für erhebliche Panik sorgte

Polizisten gelang es schließlich, das Tier im Eingangsbereich der Bank mit zwei quergestellten Streifenwagen zu stellen und dadurch weitere Attacken zu verhindern. Ein hinzugerufener Jäger erschoss den etwa zweijährigen Keiler. Der Sau gelang die Flucht. Zwischenzeitlich hatte die Polizei die Bevölkerung von Heide dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und die Innenstadt zu meiden sowie "vor allem" die Arbeit der Einsatzkräfte nicht zu behindern.

Entwarnung erst nach vier Stunden

Erst nach etwa vier Stunden gab die Polizei Entwarnung. Beamte und Jäger suchten zuvor noch einmal gründlich das Stadtgebiet nach dem zweiten Wildschwein ab. Nach Angaben der Ermittler könnten die Tiere durch die derzeit laufende Maisernte aus einem Feld aufgescheucht worden und dann in die Stadt geflüchtet sein.

"Das war eine ganz außergewöhnliche Situation", sagte später der Bürgermeister von Heide, Ulf Stecher. Die Gegend sei nicht gerade dafür bekannt, dass dort Schwarzwild sein Unwesen treibe. "Ich hätte niemals gedacht, dass wir einmal eine solche Gefahrenlage haben würden."

sti/uh (afp, dpa)