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Politik

Wulff will in seiner Amtszeit Brücken bauen

Christian Wulff ist als neuer Bundespräsident vereidigt worden. Er warb in seiner Antrittsrede für mehr Integration und gleichberechtigte Teilhabe in der "bunten Republik Deutschland".

Detailansicht von Christian Wulff, der zum Amtseid seine rechte Hand hebt (Foto: AP)

Das neue Staatsoberhaupt während der Vereidung

In seiner ersten Rede als Staatsoberhaupt versprach Christian Wulff am Freitag (02.07.2010) in Berlin, in seiner Amtszeit "Brücken zu bauen". Konkret will der neue Bundespräsident zu einem besseren Umgang mit der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. In der "bunten Republik Deutschland" sei die Vielfalt zwar manchmal anstrengend, aber auch "immer Quelle der Kraft und der Ideen". Auch auf anderen Feldern baut der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident auf seine integrativen Fähigkeiten: "Mir ist es wichtig, Verbindungen zu schaffen: zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen aus Ost und West, Einheimischen und Zugewanderten, Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Arbeitslosen, Menschen mit und ohne Behinderung."

Vereidigung mit religiöser Formel

Wulff ist der zehnte Bundespräsident. Seinen Amtseid musste er nach einem Versprecher ein zweites Mal beginnen. Er schwor, dass er seine "Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe." Wulff erklärte, die Vereidigung erfülle ihn mit "Freude und Ernst, mit Zuversicht und Demut".

Die Ehepaare Wulff und Köhler reden nach der Zeremonie im Bundestag miteinander (Foto: AP)

Der alte und der neue Bundespräsident im Dialog

Das neu gewählte Staatsoberhaupt sprach sich in der gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat für Chancengleichheit aus. Wann werde es selbstverständlich sein, dass alle Kinder unabhängig von Herkunft und Wohlstand die gleichen Bildungschancen bekommen, fragte er. Zudem forderte er, die Verursacher der Bankenkrise in Haftung zu nehmen und den Finanzmärkten endlich gute Regeln zu geben. Dies könne aber "nur in europäischer und internationaler Zusammenarbeit gelingen. Das macht die Aufgabe außerordendlich komplex."

Neuer Bundespräsident dankt seinem Vorgänger

In seiner Rede im Reichstag dankte das neue Staatsoberhaupt dem bisherigen Bundespräsidenten Horst Köhler für dessen Einsatz. "Wo Sie mit den Ergebnissen von politischen, gesetzgeberischen und medialen Prozessen nicht zufrieden waren, da haben Sie es deutlich ausgesprochen", kommentierte Wulff die Amtsführung seines Vorgängers. Zuvor hatte auch Bundestagspräsident Norbert Lammert die Leistungen des ehemaligen Bundespräsidenten gewürdigt. Er habe sich den Menschen "unverstellt zugewandt". Köhler habe zudem das Bild von Afrika in Deutschland verändert und dazu beigetragen, dass Afrika nicht nur als Krisenkontinent wahrgenommen werde.

Bundespräsident Christian Wulff (r) und seine Frau Bettina vor dem Schloss Bellevue, daneben Horst Köhler und seine Frau Eva Luise (Foto: dpa)

Das neue und alte Bundespräsidentenpaar vor dem Schloss Bellevue in Berlin

Der 51-jährige Wulff hatte sich am Mittwoch in der Bundesversammlung in einem mehrstündigen Abstimmungsmarathon gegen den Kandidaten von SPD und Grünen, Joachim Gauck, durchgesetzt. Er war als Kandidat von CDU, CSU und FDP erst im dritten Wahlgang gewählt worden. In seiner Rede bedankte er sich nun bei Joachim Gauck und der Kandidatin der Linken, Lucrezia Jochimsen, für den "fairen Wettstreit, der dieser Demokratie gut getan hat". Wulff erhielt über die politischen Lager hinweg Applaus für seine Antrittsrede.

Bundeswehr begrüßt Wulff

Horst Köhler war Ende Mai nach Kritik an einem missverständlichen Interview über die Auslandseinsätze der Bundeswehr zurückgetreten. Sein Nachfolger hat bereits den Amtssitz Schloss Bellevue in Berlin bezogen. Dort wurde Wulff von der Bundeswehr mit militärischen Ehren begrüßt. Für den Abend sind rund 5000 Gäste zum traditionellen Sommerfest in den Schlosspark geladen.

Autor: Marcus Bölz (dpa, apn, kna)
Redaktion: Ursula Kissel

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