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Aktuell Deutschland

Wulff würdigt Italiens Reformprogramm

Es ist die erste Auslandsreise des deutschen Bundespräsidenten seit der Vorwürfe wegen seiner Nähe zu reichen Unternehmern. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Euro-Krise und Italiens Schuldenproblem.

"Wir bewundern das Reformprogramm der Regierung Monti", sagte Bundespräsident Christian Wulff zu Beginn seiner dreitägigen Italien-Reise in Rom. Dort traf er zunächst mit Staatspräsident Giorgio Napolitano zusammen. Die italienische Regierung gehe sehr mutig voran und dürfe dabei nicht auf halber Strecke stehen bleiben, sagte Wulff nach dem Gespräch mit Napolitano.

Anschließend erörterte der Bundespräsident bei einem Arbeitsessen mit Regierungschef Mario Monti und mehreren Ministern die Herausforderungen durch die Schuldenkrise. "Was gut für Italien ist, ist auch für Europa gut", sagte Wulff mit Blick auf die Spar- und Liberalisierungspolitik der Regierung in Rom. "Die Maßnahmen machten auch anderen Ländern wie Portugal und Spanien Mut."

Die seit November amtierende italienische Regierung ringt um Reformen gegen eine immense Staatsverschuldung – in erster Reihe kämpft dabei Regierungschef Monti, was ihm den Respekt der anderen EU-Staaten eingebracht hat. Wulff wolle bei seiner Reise die Anerkennung Deutschlands für die Reformen zum Ausdruck bringen und Italien bestärken, den Weg weiter zu verfolgen, hieß es aus dem Bundespräsidialamt. "Gerade in der aktuellen Lage können Deutschland und Italien viel gemeinsam bewegen", erklärte Wulff. Der Bundespräsident wird auf der Reise von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation begleitet.

Treffen mit deutschen Unternehmern

Am Dienstag will das deutsche Staatsoberhaupt in Mailand an der Universität Bocconi eine europapolitische Rede halten. In der Küstenstadt Bari in Süditalien wird er mit deutschen Unternehmern sprechen, die sich dort angesiedelt haben.

Es ist die erste Auslandsreise des Bundespräsidenten seit Beginn der Kredit- und Medienaffäre vor neun Wochen. Wulff steht wegen zinsgünstiger Hauskredite und seiner Beziehungen zu Unternehmerfreunden seit Dezember massiv in der Kritik. Die Opposition sieht seine Glaubwürdigkeit beschädigt und fordert seinen Rücktritt. In Italien hat man von der Affäre kaum Notiz genommen.

nm/fab/se (rtr, dpa, afp)

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