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Aktuell Nahost

Wulff vertritt Deutschland bei Trauerfeier für saudischen König

Nach dem Tod des saudiarabischen Königs Abdullah wird Deutschland bei der Trauerfeier für den Monarchen von Altbundespräsident Christian Wulff vertreten. Bundeskanzlerin Merkel hat ihn darum gebeten.

In Deutschland ist es eher unüblich, dass ehemalige Amtsträger das Land bei solchen Anlässen vertreten. Trotzdem soll der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff für Deutschland an der Trauerfeier für den verstorbenen König Abdullah in Saudi-Arabien teilnehmen. Dies teilte eine Regierungssprecherin in Berlin mit, ohne auf die Gründe einzugehen, warum Bundeskanzlerin Angela Merkel sich dafür entschied.

Aus Wulffs Amtszeit ist vor allem sein Satz "Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland" in Erinnerung, der in Politik und Gesellschaft kontroverse Reaktionen auslöste. Nach den Terroranschlägen von Paris aber hatte sich Merkel die Äußerung bei einem Besuch des türkischen Regierungschefs Ahmet Davutoglu in Berlin zu eigen gemacht.

Hektische Telefonkontakte in Berlin

Dem Vernehmen nach gab es vor dem Entschluss, Wulff zu schicken, mehrere Telefonanrufe zwischen Bundespräsidialamt, Kanzlerin Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Dieser hält sich aber gerade in Nordafrika auf und Bundespräsident Joachim Gauck feiert an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag. Merkel selbst war bei ihren Auftritten in Davos und in Florenz schwer erkältet und sagte zuletzt einen geplanten Parteitermin in Baden-Württemberg ab.

Abdullah bereits beigesetzt

Der 91-jährige König Abdullah war in der Nacht zum Freitag nach einer Lungenentzündung gestorben. Bereits am Freitag wurde er in der Imam-Turki-Moschee in der Hauptstadt Riad beigesetzt. Zum neuen König wurde Abdullahs Halbbruder Salman ernannt.

In Riad werden am Abend unter anderem der französische Präsident François Hollande, der britische Premierminister David Cameron und der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif erwartet. Aus den USA will in den kommenden Tagen Vizepräsident Joe Biden anreisen.

uh/wl (dpa,afp)

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