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Politik

Wulff sichert Israel Unterstützung zu

Bundespräsident Christian Wulff hat Israel die Rückendeckung Deutschlands in Sicherheitsfragen zugesichert. Deutschland trage Verantwortung für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels, sagte Wulff in Jerusalem.

Christian Wulff und Shimon Peres (Foto: AP)

Christian Wulff und Shimon Peres

Bundespräsident Christian Wulff hat bei einem Besuch in Israel die Bedeutung der Beziehungen beider Länder hervorgehoben. "Mir ist es ein persönliches Anliegen, dass Deutschland und Israel noch enger zusammenrücken", sagte Wulff am Sonntag (28.11.2010) bei einer Pressekonferenz mit dem israelischen Präsidenten Shimon Peres in Jerusalem. Es gebe ein großes Interesse an einer Zusammenarbeit von Unternehmen, etwa bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Erforschung regenerativer Energien.

"Sehr große Wichtigkeit"

Wulffs Tochter Annalena (l.) besuchte mit ihrem Vater Jad Vashem (Foto: dpa)

Wulffs Tochter Annalena (l.) besuchte mit ihrem Vater Jad Vashem

Deutschland trage Verantwortung für das Existenzrecht und die Sicherheit Israels, sagte Wulff weiter. Bezüglich des Konflikts mit den Palästinensern sei er sich mit Peres einig, dass die Sicherheit des Landes langfristig nur mit einer Zweistaatenlösung sowie sicheren und anerkannten Grenzen gewährleistet werden könne. Bei einem anstehenden Gespräch mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas wolle er sich für direkte Verhandlungen im Nahost-Friedensprozess einsetzen. Alle Seiten müssten sich in der umstrittenen Siedler-Frage konstruktiv engagieren. Der Siedlungsbau Israels in den seit 1967 besetzten Gebieten ist einer der Hauptstreitpunkte in den festgefahrenen Verhandlungen.

Peres betonte "die sehr große Wichtigkeit" guter Beziehungen seines Landes zu Deutschland. "Die Beziehungen mit Deutschland sind so wichtig, wie Beziehungen überhaupt sein können", sagte Peres.

Wulff wird auf der Reise von mehreren Jugendlichen begleitet, darunter seiner 17-jährigen Tochter Annalena. "Ich wollte ein Signal gegenüber den israelischen Gastgebern setzen, dass Deutschland sich sehr wohl der Tatsache bewusst ist, dass man Geschichte von Generation zu Generation weiterzugeben hat", sagte Wulff zu seiner ungewöhnlichen Reisebegleitung. Und Israels Präsident Schimon Peres wies darauf hin, dass Wulff als erster deutscher Präsident in der Nachkriegszeit geboren worden sei. Das sei das Besondere an dem Besuch.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres (l) und Bundespräsident Christian Wulff unterhalten sich am Sonntag (28.11.2010) im Präsidentenpalast in Jerusalem (Israel) (Foto: dpa)

Gespräch im Präsidentenpalast

Nach ihrem Treffen in Peres' Amtssitz besuchten die beiden Präsidenten die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem. Während zwei deutsche Jugendliche in Jad Vaschem einen Kranz vor der Gedenkflamme für die Opfer des Holocausts niederlegten, standen Wulff, dessen Tochter Annalena sowie Peres in der ersten Reihe.

Wulff war am Samstag zu einem viertägigen Aufenthalt in Israel und den Palästinensergebieten eingetroffen. Auf dem Programm der Reise standen auch Gespräche mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Avigdor Lieberman sowie ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

Schüsse an der Grenze

An der Grenze Israels zum Gazastreifen wurden nach Angaben palästinensischer Medien am Sonntag vier Menschen durch Schüsse der israelischen Armee verletzt. Die Palästinenser, darunter ein 15 Jahre alter Jugendlicher, sammelten demnach in der Nähe der im Norden des Gazastreifens gelegenen Stadt Beit Hanun Baumaterialien. Sie schwebten nicht in Lebensgefahr, teilten palästinensische Rettungskräfte mit. Die israelische Armee bestätigte, dass sie das Feuer auf eine Gruppe von Menschen eröffnet habe, die sich trotz Warnschüssen in die Luft den Grenzanlagen genähert hätten. Nach Angaben der israelischen Armee wurde aus dem Gazastreifen am Sonntag eine Rakete in Richtung der Region Schaar Hanegew, östlich des Gazastreifens, abgefeuert. Diese sei in der Luft explodiert, habe niemanden verletzt und keinen Schaden angerichtet.

Autor: Dеnnis Stutе

Redaktion: Ursula Kissel

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