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Aktuell Deutschland

Wulff-Freund lehnt Deal ab

Die Korruptionsaffäre um Ex-Bundespräsident Wulff kommt wohl doch vor Gericht. Nach Medieninformationen will sich der zweite Beschuldigte, Wulffs Freund Groenewold, den Vorwürfen in einem Prozess stellen.

Der Berliner Filmproduzent David Groenewold (im Artikelbild rechts) lehnt einen Deal mit der Staatsanwaltschaft ab. Aus seinem Umfeld heißt es, er sei von seiner Unschuld überzeugt und wolle vor Gericht für einen Freispruch kämpfen. Dem Vernehmen nach rechnen sich Groenewolds Anwälte bei einem Prozess gute Chancen aus, weil die Beweislage der Strafverfolger eher dünn sei. Freunden gegenüber soll der Filmemacher laut "Bild am Sonntag" betont haben: "Meine Ehre ist nicht käuflich."

Prozess oder 30.000 Euro

Groenewold soll im September 2008 einen Teil der Kosten einer Reise seines Freundes Christian Wulff (im Artikelbild links) nach München übernommen haben. Wulff war zu dem Zeitpunkt Ministerpräsident von Niedersachsen.

Im Gegenzug soll er sich für ein Filmprojekt des Produzenten eingesetzt haben. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Groenewold angeboten, gegen Zahlung von 30.000 Euro sein Verfahren einzustellen. Ansonsten will sie Anklage erheben.

Auch Wulff hat das Angebot bekommen, mit einer Geldzahlung ein Verfahren zu verhindern. Er hat sich jedoch noch nicht entschieden, ob er die Offerte annimmt und 20.000 Euro zahlt. Dann wäre sein Korruptionsverfahren beendet.

Vor Gericht erscheinen müsste Wulff aber auf jedem Fall - als Zeuge im Prozess gegen seinen langjährigen Freund Groenewold. Die Einleitung förmlicher Ermittlungen in diesem Fall durch die Staatsanwaltschaft hatte im Februar 2012 zum Rücktritt Wulffs vom Bundespräsidentenamt geführt.

se/wl (BamS, Spiegel-Online, Focus-Online)