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Wirtschaft

WTO-Verhandlungen droht das Aus

Den WTO-Ministergesprächen in Genf über den weltweiten Abbau von Handelsschranken droht das Scheitern. Die für Samstag geplante große Verhandlungsrunde soll gegebenenfalls verschoben werden.

WTO-Sitz in Genf (Quelle: AP)

Gespannte Stimmung am WTO-Sitz in Genf

Bei der Welthandelskonferenz (WTO) in Genf hat am Freitag (25.07.2008) die entscheidende Runde für eine gemeinsame Basis zum Abschluss der Doha-Verhandlungen begonnen. Vertreter von sieben Ländergruppen, wie die EU und die USA, Australien und Japan sowie Brasilien, Indien und China, kamen zu einer Krisensitzung zusammen.

WTO-Chef Lamy (Quelle: AP)

WTO-Chef Lamy: "Uns läuft die Zeit davon"

"Die Lage ist kritisch", sagte WTO-Chef Pascal Lamy. "Die Zeit läuft aus, die nächsten 24 Stunden werden entscheidend sein." Er forderte von allen Seiten mehr Flexibilität. Immer noch geht es um gegensätzliche Interessen beim Abbau von Zöllen und Subventionen für Agrarprodukte und Industriegüter.

Quälend langsam

Seit Montag ringt eine Runde von gut 30 Ministern aus Schlüsselländern um einen gemeinsamen Weg von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern beim Abbau von Handelshürden. Streitpunkt ist insbesondere, in welchem Maße die reichen Länder ihre Subventionen und Handelshürden im Agrarbereich abbauen und wie stark im Gegenzug wichtige Schwellenländer ihre Märkte für Industrieprodukte und Dienstleistungen öffnen.

Ein WTO-Sprecher formulierte, Fortschritte bei der Überbrückung der Differenzen seien in den bisherigen Gesprächen nur quälend langsam gemacht worden.

Erfolg für Deutschland besonders wichtig

Große Verhandlungsrunde der WTO (Quelle: AP)

So sieht eine große Verhandlungsrunde der WTO aus

Experten gehen davon aus, dass eine weitere Liberalisierung des Welthandels Milliarden freisetzen kann und dass davon vor allem auch Entwicklungsländer profitieren. Sollte es noch am Freitag Fortschritte geben, wollen die bisherigen Verhandlungsführer in Genf umgehend in intensive Beratungen eintreten.

Für Deutschland als Exportweltmeister sind die WTO-Verhandlungen von besonderer Bedeutung. Der Bundesregierung geht es vor allem darum, im Gegenzug für Zugeständnisse beim Abbau von Handelshemmnissen der EU im Agrarbereich mehr Zugang zu den Märkten in den Schwellenländern für Industriegüter und Dienstleistungen zu erreichen. Möglich ist, dass die eigentlich für diesen Samstag geplante große Runde der 153 WTO-Staaten, die das Ergebnis billigen muss, verschoben wird. Die seit fast sieben Jahren laufende Handelsrunde soll noch in diesem Jahr beendet werden. (kas)

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