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Wirtschaft

WTO erwartet Rekordeinbruch im Welthandel

Der weltweite Warenaustausch droht in diesem Jahr so dramatisch einzubrechen wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Exportweltmeister Deutschland erwartet ebenfalls ein starkes Minus.

Wenn es so kommt, wie die WTO voraussagt, dann wird es ein Rekordeinbruch im Welthandel: Um neun Prozent soll der Handel in diesem Jahr schrumpfen. Die Nachfrage sei erlahmt. Und auch boomende Wirtschaften wie China würden nicht verschont bleiben. Im Februar 2009 verringerten sich Chinas Exporte im Vergleich zu 2008 bereits um 26 Prozent.

Düstere Aussichten

Die Prognose der Welthandelsorganisation ist die "schwärzeste", die bislang veröffentlicht wurde. Der IWF beispielsweise hatte noch im Januar einen weltweiten Rückgang des Warenaustausches von 2,8 Prozent vorausgesagt. Dabei haben beide Organisationen festgehalten, dass der Handel in den reichen Staaten wohl am stärksten in Mitleidenschaft gezogen werden wird - ein Minus von zehn Prozent sagt die WTO voraus. Die Handelsströme der Entwicklungs- und Schwellenländer dürften um zwei bis drei Prozent schrumpfen.

Symbolbild Export Hafen (Montage: DW)

Reiche Länder sind besonders betroffen

Schon in der zweiten Jahreshälfte 2008 ist nach Angaben der WTO der Umfang des Warenaustausches drastisch zurückgegangen. Für das gesamte Jahr wurde aber noch ein Wachstum von zwei Prozent registriert. 2007 waren es noch sechs Prozent. "In den vergangenen 30 Jahren war der Handel ein stetig steigender Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten", sagte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy in Genf. "Die geringere Möglichkeit, Kredite zu bekommen, hat zu einer signifikanten Abnahme des Handels geführt, speziell in Entwicklungsländern." Im vergangenen Jahren ist der Export von Waren weltweit noch um 15 Prozent auf rund 15 Billionen Dollar, der Wert exportierter Dienstleistungen um elf Prozent auf 3,7 Billionen Dollar gewachsen.

Deutscher Außenhandel bricht ein

Die Wirtschaftskrise fordert auch vom Exportweltmeister Deutschland ihren Tribut. Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) rechnet für 2009 mit einem Rückgang um bis zu 15 Prozent, fast doppelt so viel wie bisher geschätzt. Immerhin schrumpft die Industrie in der Euro-Zone langsamer als in den vergangenen Monaten. Und das habe Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaftsleistung des Landes, sagte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag (24.03.2009) in Berlin.

Symbolbild Rezession in Deutschland (Montage: DW)

Deutscher Export rückläufig: 15 Prozent Minus erwartet

Im Januar waren die Ausfuhren gegenüber dem Vorjahresmonat um mehr als 20 Prozent weggebrochen. Weil das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stark vom Außenhandel abhängig ist, rechnet der BGA damit, dass es in diesem Jahr um 3,5 bis 4 Prozent sinken wird. Damit ist der BGA weniger pessimistisch als einige Ökonomen, die ein stärkeres Minus erwarten. Die Bundesregierung hält noch an ihrer Prognose fest, dass die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 2,25 Prozent schrumpfen dürfte. Erst Ende April wird die Regierung ihre Voraussage überprüfen.

Trotz all der düsteren Prognosen: Deutschland hat, so BGA-Präsident Anton Börner, gute Chancen, Exportweltmeister zu bleiben. Denn auch in China - und Japan - seien die Exporte stark rückläufig. (ml/ul/gri/ap/dpa)

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