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Kultur

WTC weg von den Titelseiten

Mehr als zwei Monate nach den verheerenden Anschlägen liegen in den Buchläden immer noch New York-Reiseführer, deren Inhalt längst überholt ist. Erst in vier bis fünf Monaten rücken überarbeitete Neuauflagen nach.

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NY-Tourismus ohne Twin Towers

58 Sekunden dauert die Fahrt mit dem Aufzug in die 107. Etage des New Yorker World Trade Centers, so verspricht es der Reiseführer. Danach warte ein "atemberaubender Rundgang" auf die Besucher. Doch Aufzug und Rundgang sind Geschichte, die Zeilen in den Büchern bittere Erinnerungen. Auf die Attentate am 11. September müssen auch die Reiseführer reagieren. Bis dahin durfte das Wahrzeichen der New Yorker Skyline in keinem Reiseführer fehlen. Bei Polyglott oder Baedeker zieren Bilder des Wolkenkratzers sogar die Titelseiten. Doch nicht nur New York-Reiseliteratur muss nach dem Attentat überarbeitet werden. Auch in den meisten USA-Übersichtsbänden wird das World Trade Center als ein touristischer Höhepunkt des Landes angepriesen.

Lageplan "Ground Zero"

"Das nützt ja niemanden, wenn wir alle New York-Führer vom Markt nehmen", meint Brigitte Enz von Mairs Geographischem Verlag. Stattdessen hat der Verlag ein Ergänzungsblatt für seine Marco Polo- und Baedeker-Reiseführer produziert. Im Text fasst die Redaktion die Ereignisse des 11. September kurz zusammen. Ein großes Foto mit den qualmenden Überresten der Zwillingstürme zeigt die Folgen der Anschläge. Zur Orientierung der Reisenden wurde auch ein kleiner Kartenausschnitt mit der Lage der zerstörten Gebäude eingearbeitet.

Viele Reiseführer für den "Big Apple" entwickeln sich allerdings zum Ladenhüter: "Der Weihnachtstourismus nach New York ist weggefallen", erklärt Angelika Trippe vom DuMont-Reiseverlag. Deswegen seien die Verkaufszahlen deutlich schlechter als vor einem Jahr. Dabei lief das Geschäft wegen des starken Dollars schon damals nicht besonders gut. Bei der Langenscheidt-Tochter Polyglott sieht die Situation ähnlich aus: "Im Augenblick wird aus unserem Lager kaum noch etwas ausgeliefert", sagt Polyglott-Chefredakteurin Barbara Lennartz.

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