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Amerika

Wrackteile stammen doch nicht vom Airbus

Entgegen früheren Meldungen fehlt weiter jeder konkrete Beweis für den Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik. Die brasilianische Luftwaffe korrigierte ihre bisherigen Angaben.

Französische Marinesoldaten stehen vor ihrem Flugzeug(Foto: AP Photo)

Französische Marine-Soldaten suchen weiter nach Wrackteilen

Die von der brasilianischen Marine im Atlantik gefundenen Flugzeug-Wrackteile stammen doch nicht von der am Montag verunglückten Air-France-Maschine. Dies teilte am Donnerstagabend (04.06.2009) Luftwaffensprecher Ramon Cardoso in Recife im Nordosten Brasiliens mit. "Bisher ist kein Teil des Unglücksflugzeugs geborgen worden."

Damit widerrief Cardoso eigene frühere Angaben. Am Morgen hatte er noch erklärt, Marineschiffe hätten erste Trümmer der abgestürzten Air-France-Maschine aus dem Atlantik geborgen. "Die Suche geht weiter", fügte Cardoso hinzu. Allerdings sagen die Meteorologen für Freitag schlechte Wetterbedingungen voraus, was die Suchaktion erschwert.

Derweil intensiviert sich die Suche nach Erklärungen für den mysteriösen Absturz der Airbus A330. Mehrere Schiffe der brasilianischen Marine sind in dem etwa tausend Kilometer von der Küste Brasiliens, entfernten Gebiet unterwegs. In den kommenden Tagen soll auch ein französisches Meeresforschungsschiff eintreffen, dessen Tauchroboter die Flugschreiber aus bis zu 6000 Meter Tiefe bergen könnten.

Unterdessen gab Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin bekannt, es sei inzwischen "traurige Gewissheit", dass sich 28 deutsche Staatsangehörige an Bord befunden hätten. Air France hatte die Zahl der deutschen Passagiere bislang mit 26 angegeben. Insgesamt saßen 228 Menschen in dem Flugzeug.

Treibstoffspur nahe dem Absturzgebiet

Ölspur im Absturzgebiet der Air-France-Maschine (Foto: DPA)

Ölspur im Absturzgebiet der Air-France-Maschine

Einziger Hinweis auf einen Absturz bleibt eine 20 Kilometer lange Treibstoffspur, die nahe dem Absturzgebiet gefunden wurde. Die Treibstoffspur der Airbus A330 weise darauf hin, dass es kein Feuer an Bord gegeben habe, sagte der brasilianische Verteidigungsminister Nelson Jobim. Berichte über eine mögliche Explosion als Absturzursache trat Jobim damit entgegen.

Die französische Tageszeitung "Le Figaro" zitierte am Donnerstag eine anonyme Person der Untersuchungseinheit. Der anonyme Befragte gab zu Kenntnis, dass die Maschine durch eine Explosion oder einen starken Sturm auseinandergerissen worden sei. Die Tageszeitung zitiert: "Die ersten gefundenen Wrackteile führen zu der Annahme, dass eine während des Fluges stattgefundene Explosion wahrscheinlicher ist als eine Zerstörung der Maschine mit einem Absturz im Wasser".

Brasiliens Verteidigungsminister Nelson Jobim (Foto: AP)

Brasiliens Verteidigungsminister Nelson Jobim

Damit ist eine Möglichkeit für einen Terroranschlag oder ein Auseinanderbrechen durch heftiges Unwetter aber nicht widerlegt. Der Pilot eines spanischen Linienflugzeugs will über dem Atlantik einen Lichtblitz in der Nähe der Unglückstelle gesehen haben. "Wir sahen plötzlich in der Ferne einen starken und intensiven Strahl von weißem Licht, der sich vertikal nach unten bewegte", berichtete der Pilot der Madrider Zeitung "El Mundo". Das Flugzeug befand sich nach Angaben der Zeitung zum Zeitpunkt des Sturzes im Gebiet rund um die Unglücksstelle.

Die Absturzstelle liegt in einer gefürchteten Gewitter-Zone

Das Flugzeug ist vermutlich in einer Region über dem Atlantik verschwunden, in der die stärksten Stürme der Welt entstehen können. In der Nacht zum Montag flog das Passagierflugzeug in eine 650 Kilometerlange Sturmfront mit Blitzen, Hagel und bis zu 160 Kilometer schnellen Böen und Aufwinden. Experten vermuten, dass die Piloten versucht haben, sich mit ihrem Radar durch die Gewitter zu navigieren, einen Weg durch "Löcher" in den Unwetterwolken zu finden - und dabei in eine Falle gerieten, aus der es keinen Ausweg mehr gab.

Airbus 330-220 (Foto: AP)

Der Airbus 330-220, das vermisste Flugzeug

Joe Mazzone, ehemaliger Pilot für Delta Airways, sagt, üblicherweise beobachten Flugkapitäne in der Nacht routinemäßig ihr Radar, um sich durch Gewitter zu fädeln. Die Gewitterwolken werden auf dem Radar als rote Flecken angezeigt. In einer gefährlichen Gegend, wie die der nordöstlich der Inseln Fernando de Noronha im Atlantik, könnten Stürme aber so plötzlich auftauchen, dass dem Piloten kein Ausweg mehr bleibe, als hindurch zu steuern. "Du gehst rein, wo man ein Loch vermutet, dann bist du drin und siehst, dass alles um dich herum rot ist - da musst du nun durch", erklärt Mazzone. An einem solchen Punkt gebe es keine Rückkehr mehr, weil eine Wende das Flugzeug in dieselben Wetterbedingungen brächte. (whn/sams/fg/gri/dpa/ap/afp/dpa)

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