Wormser Dom feiert 1000. Geburtstag | DW Reise | DW | 04.06.2018
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Reise

Wormser Dom feiert 1000. Geburtstag

Mit einem Festprogramm erinnern die Wormser daran, dass ihre Kathedrale vor genau 1000 Jahre am 9. Juni 1018 geweiht wurde.

Kaiser, Päpste, Luther: Der Wormser Dom war Schauplatz großer Ereignisse. Mit seinem Bau wurde um das Jahr 1000 begonnen. Die Weihe fand am 9. Juni 1018 statt. Der kleinste der drei rheinischen Kaiserdome wird im Nibelungenlied erwähnt, mit dem sogenannten Königinnenstreit findet eine Schlüsselszene der Saga am Domportal statt. In unmittelbarer Nähe der Kirche wurde 1521 der Wormser Reichstag abgehalten, auf dem Martin Luther sich vor König Karl V. weigerte, seine Lehre zu widerrufen.

Das romanische Bauwerk prägt die Stadt in Rheinland-Pfalz wie kein anderes. Sein Jubiläum bewege die ganze Stadt, sagt Tobias Schäfer, Propst und damit Hausherr über den Wormser Dom Sankt Peter. "Die Wormser identifizieren sich mit ihrem Dom, egal ob katholisch, evangelisch oder ob sie nichts mit Kirche am Hut haben."

Das Festjahr hatte bereits einige Höhepunkte, darunter die Weihe von fünf neuen Glocken, die Einweihung des Gemeindezentrums "Haus am Dom", eine Filmpremiere im deutschen Fernsehen mit der Dokumentation "Der Wormser Wunderbau" und die Eröffnung der Sonderausstellung zur Geschichte des Doms.

Deutschland Ausstellung Aufgeschlossen - 1.000 Jahre Wormser Dom (picture-alliance/dpa/A. Arnold)

Statue von Bischof Burchard vor dem Dom zu Worms

Sonderausstellung "Aufgeschlossen - 1000 Jahre Dom"

An sieben interaktiven Stationen über die ganze Kirche verteilt spannt die Ausstellung nach Angaben der Veranstalter einen Bogen vom Bau der Kirche bis zum heutigen Gemeindeleben. Die Idee sei gewesen, die Steine des Doms gewissermaßen aufzuklappen, sagte die Wormser City- und Touristenseelsorgerin Claudia Staudinger bei der Vorstellung der Schau. 

Eine Schlüsselrolle in der Ausstellung spielt der Bauherr des Doms, der Wormser Bischof Burchard. Auf dem Rundgang zu Exponaten und Ausstellungstafeln passieren die Besucher dessen Grab im Westchor der Kirche. Spektakulärstes Ausstellungsstück ist ein Teilstück des um 1900 freigelegten Original-Marmorfußbodens aus der Zeit des Dombaus. Außerdem gibt es weitere archäologische Funde, alte Handschriften, Video- und Audiobeiträge.

Deutschland Dom zu Worms (picture-alliance/dpa/3dtopevent.info/T. Hemke)

Dom zu Worms aus der Vogelperspektive

Virtueller Balanceact zwischen den Dom-Türmen 

Mit Hilfe der Virtual-Reality-Technologie (VR) können Besucher sogar zwischen den Türmen des Wormser Domes balancieren. Die beiden Türme des Ostchors, die das Stadtbild prägen, werden durch die VR-Technologie "barrierefrei zugänglich gemacht", erläuterte der Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Bistums, Thomas Klumb. "Auf einem virtuellen Holzbalken kann man sich völlig frei in fast 50 Meter Höhe zwischen den beiden Türmen bewegen und erhält einen sehr realistischen Eindruck von Worms aus der Vogelperspektive."

Worms 3D (Torsten Hemke/3dtopevent)

Virtueller Domdachspaziergang

Besonders realistisch werde der Eindruck unter anderem durch "fotogrammetrische Aufnahmen", so Michael Klein, Leiter des Institutes für Neue Medien Frankfurt, das das Projekt unterstützt hat. Dadurch stimme auch der Lichteinfall im Bild, das maßgeblich zu der realen Wahrnehmung beitrage. Hinzu komme über Kopfhörer außerdem noch ein akustischer Eindruck. Schließlich sorgt ein Ventilator für ein wenig Wind. "So verschmilzt die Wirklichkeit mit dem digitalen Räumen zu einer neuen Einheit", erläuterte Klein. Besucher können außerdem vor dem Dom "an einem Autokran mit einem Fesselballon in rund 60 Meter Höhe aufsteigen - etwa so hoch wie die Domtürme".

is/ks (kna, epd)
 

 

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