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Wirtschaft

WorldCom-Betrüger geht ins Gefängnis

Der ehemalige WorldCom-Chef Bernard Ebbers (63) ist zu 25 Jahren Haft wegen Betrugs und Bilanzfälschung verurteilt worden. Die Taten standen im engen Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des US-Telekomanbieters.

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Renten-Jahre im Gefängnis: B. Ebbers

Bernard Ebbers hatte es vom Milchmann zum Millionär gebracht - und nun wandert er ins Gefängnis. Unter ihm wuchs Worldcom in den 90er Jahren zu einem der nach Börsenwert größten US-Unternehmen mit mehr als 35 Milliarden Dollar Umsatz. Das Unternehmen brach 2002 jedoch zusammen und musste Gläubigerschutz beantragen, nachdem Unregelmäßigkeiten im Umfang von elf Milliarden Dollar in der Bilanz bekannt wurden. Es war der größte Bilanzfälschungsskandal in der US-Geschichte.

Geprellte Mitarbeiter

MCI WorldCom Hauptsitz in Jackson

MCI WorldCom Hauptsitz in Jackson, Mississippi (Archiv)

Rund 20.000 Mitarbeiter wurden entlassen, die meisten verloren ihre gesamten Pensionsansprüche, die in WorldCom-Papieren angelegt waren. Investoren büßten rund 180 Milliarden Dollar ein. Das Unternehmen firmiert inzwischen stark geschrumpft unter dem Namen MCI.

Ebbers bereicherte sich zwar nicht direkt an den Betrügereien, ließ sich aber vom Aufsichtsrat Kredite über 400 Millionen Dollar genehmigen, während er Mitarbeitern als Sparmaßnahme die Wasserspender im Flur streitig machte.

Kronzeuge

Wegen Bilanzfälschung und Betrugs hatte ein Gericht in New York ihn bereits im März für schuldig befunden. Nun folgte das Strafmaß für den 63-Jährigen: 25 Jahre Haft. Richterin Barbara Jones ignorierte die Bitten von Ebbers Anwälten um Milde. Sie hatten unter anderem angeführt, dass der gebürtige Kanadier 96 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke gespendet hatte. Kronzeuge der Anklage war der ehemalige Finanzchef Scott Sullivan, der im Gegenzug für eine mildere Strafe gegen Ebbers aussagte. Ebbers selbst hatte beteuert, von den Bilanzbetrügereien nichts gewusst zu haben. (mas)

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