1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Modernes Wohnen

Wolkenkratzer versinkt: Der schiefe Turm von San Francisco

Die Angst geht um im "Millennium Tower" der kalifornischen Metropole. Satellitenaufnahmen belegen: Das Luxus-Hochhaus sackt ab und kippt seitwärts.

Ingenieure und Gutachter hatten schon sehr tief unter dem riesigen Hochhaus gebohrt, um zu verstehen, wie es zu dem Absinken kommen konnte. Nun erreichen sie neue aufschlussreiche Daten von ganz oben: Satellitenbilder der Europäischen Raumfahrt-Agentur Esa zeigen: der 58 Stockwerke zählende und knapp 200 Meter hohe "Millennium Tower" von San Francisco sinkt jedes Jahr "um mehrere Zentimeter" und kippt seitwärts.

Pfusch beim Fundament

Der Wolkenkratzer mit dunkler Glasfassade war 2009 fertiggestellt worden, in ihm sind Luxus-Apartments mit großzügigem Ausblick auf das Küstenpanorama untergebracht. Für die mehr als 400 edlen Wohnungen hatten Käufer mehrere Millionen Dollar gezahlt. Bei ihnen dürfte sich neue Panik breitmachen. 

Vermutlich ruhten die Stützstäbe unter dem Skyscraper nicht fest auf dem Fundament, heißt es in der Esa-Analyse. Experten sprachen von Pfusch am Bau. Der Wohnturm mit seinem gigantischen Gewicht stehe auf weichem Untergrund.  

Was ist bei einem Beben?

In der kalifornischen Metropole sorgt das als "Schiefer Turm von San Francisco" verspottete Gebäude schon seit längerer Zeit für Gesprächsstoff. Laut einem Gutachter ist der höchste Wohnbau der Stadt seit 2009 mehr als 40 Zentimeter gesunken und hat sich etwa 15 Zentimeter zur Seite geneigt. In einer Sammelklage, die Schadenersatz in Höhe von 500 Millionen Dollar fordert, ist von Rissen im Gebäude und eintretendem Wasser die Rede. Erdbeben könnten die Lage noch verschlimmern.

Möglicherweise habe auch der Bau eines neuen Zug- und Busbahnhofs neben dem Wolkenkratzer zu der gefährlichen Entwicklung beigetragen, heißt es in einer Klageschrift. Die Entwicklerfirma muss sich möglicherweise auch strafrechtlich verantworten, sofern sie von dem Problem wusste. "Wir werden nicht tatenlos zusehen und einem Entwickler erlauben, sich auf Kosten anderer zu bereichern, indem entscheidende Informationen versteckt werden, die laut Gesetz offengelegt werden müssen", teilte Staatsanwalt Dennis Herrera nach einer Klage Anfang November mit.

SC/jj (dpa, APE)