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Fußball

Wolfsburg ohne Angst vor Reals Rache

Den VfL Wolfsburg erwartet im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League ein wütender Gegner und eine aufgeheizte Stimmung im Bernabéu-Stadion. Können die "Wölfe" den 2:0-Vorsprung gegen Real Madrid retten?

Real will Rache. Die gedemütigten Königlichen versprechen den aufmüpfigen Wolfsburgern martialisch einen "Krieg" in der "Hölle" Bernabéu. Doch statt Angst herrscht beim VfL die pure Vorfreude auf das wohl größte Spiel der Vereinsgeschichte. "Real ist richtig bedroht von uns, das müssen wir genießen", sagte Nationalspieler André Schürrle vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstag in Madrid: "Die Stimmung wird aufgeheizt sein, bei jedem Konter wird es abgehen. Das wird einfach geil."

Wolfsburgs ebenso überraschender wie verdienter 2:0-Sieg im Hinspiel hat alles auf den Kopf gestellt. Der deutsche Vize-Meister wittert plötzlich "die Riesensensation", wie Trainer Dieter Hecking den möglichen Halbfinal-Einzug nannte. Und Real fürchtet die Riesenblamage. "Ich bin nicht so vermessen zu sagen, dass sie Angst haben. Aber sie machen sich zumindest Gedanken", sagte Klaus Allofs. Der VfL-Manager genießt die Situation: "Alle haben doch gedacht, das zweite Spiel wird für uns eine Urlaubsreise."

Kräftiges Säbelrasseln bei Real

Stattdessen wartet reichlich Wut auf Wolfsburg. "Am Dienstag gibt es Krieg", sagte Reals Außenverteidiger Daniel Carvajal. Superstar Cristiano Ronaldo drückte es etwas weniger martialisch aus: "Das Team ist selbstbewusst, der Trainer hat Vertrauen. Es gibt eine magische Nacht." Der VfL wird vor 80.000 frenetischen Real-Fans im Estadio Santiago Bernabeu starke Nerven brauchen. Allofs befürchtet, dass dort "Dinge passieren, an die man jetzt noch nicht glaubt".

Wolfsburgs Andre Schürrle (l.) und Madrids Sergio Ramos (2.v.l.) kämpfen um den Ball (Foto: picture-alliance/dpa/P. Steffen)

Schürrles (l.) Kampfansage: "Rennen um unser Leben"

Doch die "Wölfe" fühlen sich gerüstet, auch wenn sie in der Bundesliga in einer tiefen Ergebnis-Krise stecken. "Wir sind zu einer Million Prozent bereit und werden am Dienstag um unser Leben rennen", versprach Schürrle. Aufgrund des großen Rückstands in der Liga scheint der Titelgewinn in der Champions League zudem die einzige Chance zu sein, auch in der kommenden Saison so rauschende Europacup-Feste feiern zu können. Träumen ist beim VfL seit dem Hinspiel erlaubt.

Besonders kämpferisch gab sich Trainer Hecking: "Wir haben die Chance, Real Madrid aus dem Wettbewerb zu werfen. Dafür werden wir alles tun. Ich will ins Halbfinale." Der Plan lautet, möglichst ein Tor zu schießen. Dies gelang bislang noch keinem Team in dieser Champions-League-Saison bei Real, das im Wettbewerb bislang alle Heimspiele gewann. "Wenn wir ein Tor schießen, verändert das eine Menge", meinte Allofs. Laut Schürrle würde es dann "brutal schwer für Real. Wir haben eine Top-Ausgangslage und alles in unserer Hand."

Ronaldo will es besser machen

Dass das Team von Trainer Zinedine Zidane vehement auf Wiedergutmachung drängt, zeigte das klare 4:0 am Wochenende gegen SD Eibar. Auch Ronaldo präsentierte sich im Vergleich zum kläglichen Spiel in Wolfsburg stark verbessert. Der Portugiese traf zum 3:0 und erzielte damit als erster Spieler in Spanien in sechs aufeinanderfolgenden Jahren mindestens 30 Ligatore.

Madrids Cristiano Ronaldo (r.) fasst sich an den Kopf (Foto: picture-alliance/dpa/T. Eisenhuth

Cristiano Ronaldo (r.): Die Leistung des Top-Stars im Hinspiel war zum Haareraufen

Wie auch immer das Spiel ausgehen wird, der VfL hat sich längst einen Namen gemacht. "Wenn man gegen Real Madrid spielt, wird das weltweit gesehen", sagte Allofs. Nach dem Sieg im Hinspiel habe sein Handy nicht mehr still gestanden: "Wer es vorher nicht so genau wusste, der hat mal auf der Landkarte nachgeschaut, wo Wolfsburg liegt."

Die Partie in Madrid beginnt am Dienstag um 20.45 Uhr MEZ. Im DW-Liveticker können Sie das Geschehen mitverfolgen. Los geht es rund 15 Minuten vor Anpfiff.

ck/asz (sid/dpa)

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