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Afrika

"Wolfowitz muss lernfähig sein"

Seit knapp zwei Wochen ist Paul Wolfowitz der neue Präsident der Weltbank. Bei Amtsantritt versicherte er, dass Afrika im Mittelpunkt seiner Arbeit stehe. Kritiker bezweifeln jedoch, dass Wolfowitz es damit ernst meint.

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Der neue Weltbank-Chef will sich für Afrika einsetzen

Mit Paul Wolfowitz hat nun die ehemalige Nummer Zwei des Pentagons die Führungsposition in der Weltbank inne. Wolfowitz gilt als politischer Hardliner, bezeichnet sich selbst jedoch als "pragmatischen Idealisten". Experten betrachten den Wechsel an der Spitze der Weltbank mit gemischten Gefühlen:

"Die Ernennung hat mich überrascht, auf den ersten Blick. Auf den zweiten nicht, weil es in eine Strategie der amerikanischen Administration zu passen scheint, dass gerade Wolfowitz in dieses wichtige Amt des Weltbankpräsidenten hinein gewählt worden ist. Ich hoffe aber, dass Wolfowitz in der neuen Funktion wachsen wird und eine Art Saulus-Paulus Erlebnis stattfinden wird", sagt Hartmut Ihne vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn.

"Ich hoffe außerdem, dass er lernfähig ist und aus der konkreten Arbeit und den Herausforderungen, die an die Weltbank gestellt werden, eine Politik betreiben wird, die zum Wohle einer nachhaltigen und menschenwürdigen Entwicklung ist", so Ihne weiter.

Vorschläge der Afrikaner

Noch bis Samstag (18.06.2005) ist Wolfowitz in Afrika unterwegs: Nigeria, Burkina Faso, Ruanda und Südafrika waren und sind seine Stationen. Bei seiner Reise wolle er von den Afrikanern selbst hören, mit welchen Methoden die Armutsbekämpfung vorangebracht werden könne. Wolfowitz erneuerte zugleich seinen Appell, dass die Finanzhilfen für Afrika aufgestockt werden müssten.

Das Konzept von Paul Wolfowitz sieht vor, im Rahmen der Entwicklungspolitik in den entsprechenden Ländern eine Atmosphäre zu schaffen, die letzten Endes mehr Investitionen möglich macht. Um dies zu gewährleisten, müssen die Staaten über ein bestimmtes Maß an Administration verfügen.

Der neue Weltbank-Präsident hat unmittelbar nach seinem Amtsantritt demonstrativ seine erste Dienstreise nach Afrika angekündigt und somit die Probleme beispielsweise Lateinamerikas hinten angestellt.

Naher Nachbar der Europäer

Öl im Niger Delta Nigeria

Reich an Öl und trotzdem arm: Nigeria

"Afrika galt lange Zeit als verlorener Kontinent. Die Entwicklungserfolge sind nicht besonders günstig, zumindest für die schwarzafrikanischen Länder. Es wurde längst Zeit, dass dieser Schwerpunkt auf Afrika gelegt wurde. Für uns Europäer ist das besonders wichtig, da Afrika ein naher Nachbar ist. Wir können aus unserer Sicht diesen Schwerpunkt der Weltbank nur unterstützen", erklärt Hartmut Ihne.

Die Entwicklungspolitik versucht in erster Linie nachhaltige Projekte in den Entwicklungsländern zu fördern. Um diese Nachhaltigkeit zu erreichen, bedarf es jedoch einer globalen Strategie. Hartmut Ihne ist der Ansicht, dass zuvor politische Konzepte und Instrumente entwickelt werden müssten, um "gemeinsame Überlebensinteressen und Lebensinteressen der Menschheit mit Einzelinteressen von Kulturen, Staaten und Individuen zu verknüpfen."

Die Antrittsrede von Wolfowitz und seine schnelle Reise nach Afrika inklusive der geplanten finanziellen Unterstützungen stimmten seine Kritiker vorerst milde. Dennoch wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen, ob der "pragmatische Idealist" neue Wege zur Bekämpfung der Armut erschließen kann.

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