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Fußball

Wolfgang Niersbach: Ein Macher, kein Blender

Der bisherige DFB-Generalsekretär soll 2012 das Erbe Theo Zwanzigers antreten. Eine gute Wahl, findet Deutsche-Welle-Sportredakteur Stefan Nestler.

Symbolbild Kommentar. Grafik: DW

Die Spitzenvertreter des Deutschen Fußball-Bundes haben sich nicht umsonst für Wolfgang Niersbach entschieden. Der designierte neue Mann an der Spitze hat sich heraufgearbeitet, er hat "Stallgeruch". Seit 1987 arbeitet Niersbach schließlich schon für den größten Fußballverband der Welt. Ob als Pressesprecher, Vizepräsident des Organisationskomitees für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland oder als DFB-Generalsekretär, stets war auf Niersbach Verlass. Allerorten wird er für seine freundliche, aber auch verbindliche Art gelobt.

Freundlich, verbindlich, kreativ

DW-Sportredakteur Stefan Nestler. Foto: DW/Per Henriksen

DW-Sportredakteur Stefan Nestler

Der 61-Jährige ist kein Blender, sondern ein Macher. Dass die WM 2006 als "Sommermärchen" in die Sportgeschichte einging, war nicht zuletzt seinen Ideen zu verdanken: Franz Beckenbauer stand im Rampenlicht, Wolfgang Niersbach aber zog im Hintergrund die Fäden. Seine guten internationalen Kontakte werden dem DFB und damit auch dem deutschen Fußball insgesamt zugute kommen, wenn Niersbach im Oktober 2012 das Steuer des Verbands übernimmt.

Niersbach wird von seinem Vorgänger nicht nur positive Bilanzen, sondern auch einige Baustellen erben, etwa die zunehmende Gewalt in den Stadien oder den Dauerstreit mit dem früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell. Noch-DFB-Chef Theo Zwanziger hat sich zuletzt – um es vorsichtig zu formulieren – nicht immer geschickt angestellt, wenn es darum ging, Krisen zu managen.

Wissen, Erfahrung, Charakter

Die Fehler, die Zwanziger zuweilen machte, wenn er an die Öffentlichkeit ging, dürften Niersbach kaum unterlaufen. Als gelernter Sportjournalist und langjähriger Pressesprecher weiß er, wie die Medienwelt funktioniert. Der 61-Jährige gilt als kommunikativ, als jemand, der eine Sache nach außen hin auch verkaufen kann - eine Eigenschaft, die im Geschäft Fußball nicht unterschätzt werden darf.

Für Niersbach als DFB-Chef spricht also nicht der Glamour-Faktor. Er überzeugt mit seinem Wissen, seiner Erfahrung und seinem Charakter. Die DFB-Oberen haben eine gute Wahl getroffen.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Joscha Weber