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Europa

Wohl keine Islamisten hinter Sprengsätzen in Pariser Kaufhaus

Einen Tag nach dem Sprengstoff-Fund in einem Pariser Luxuskaufhaus halten Experten einen islamistischen Hintergrund für unwahrscheinlich. In dem Kaufhaus waren fünf Sprengsätze ohne Zünder entdeckt worden.

Polizisten hinter Absperrband (Foto: AP/Jacques Brinon)

Polizisten riegelten das Kaufhaus weiträumig ab

Nicolas Sarkozy am 12. Dezember 2008 in Brüssel (Foto: AP)

Sarkozy unter Druck

Im Fall des Dynamit-Fundes im Pariser Nobelkaufhaus Printemps hält die Regierung radikale Islamisten nicht für die Hauptverdächtigen. Sie seien nicht "die Hauptspur", sagte Verteidigungsminister Hervé Morin am Mittwoch (17.12.2008) im Radiosender RTL. Die verwendeten Begriffe in einem Bekennerschreiben entsprächen nicht denen, die "von islamistischen Terrorbewegungen verwendet werden". Morin verwies darauf, dass in dem Schreiben ein Verweis auf den Islam oder den Heiligen Krieg gegen Ungläubige fehle. Zudem komme darin das Wort "kapitalistisch" vor, das von Islamisten üblicherweise nicht benutzt werde. Morin betonte aber, die Regierung schließe bei den Ermittlungen auch weiterhin keine Möglichkeit aus.

Die Ermittlungen zu dem Sprengstofffund gingen "ziemlich schnell" voran, sagte Innenministerin Michèle Alliot-Marie nach einem Treffen mit Sicherheitsexperten, ohne Einzelheiten zu nennen.

Mit echten Anschlägen gedroht

In dem Kaufhaus waren am Dienstag fünf Dynamitstangen gefunden worden, nachdem eine bisher unbekannte Organisation namens "Afghanische Revolutionäre Front" in einem Bekennerbrief auf den Sprengstoff hingewiesen hatte. Er war nicht mit einem Zünder versehen. In dem Bekennerbrief droht die Gruppe mit echten Anschlägen, wenn die französischen Truppen bis Ende Februar 2009 nicht aus Afghanistan abziehen.

Verteidigungsminister Morin schloss den in dem Schreiben geforderten Abzug der französischen Soldaten aus Afghanistan aus. "Wir haben aber auch nicht vor, weitere Soldaten zu schicken, wir haben die Zahl erst kürzlich aufgestockt", fügte er hinzu.

Regierung verschärft Sicherheitsmaßnahmen

Das Innenministerium kündigte derweil den Einsatz von zusätzlich 500 Sicherheitskräften rund um große Kaufhäuser und in Einkaufsstraßen französischer Städte an. Um mögliche Anschläge mit Autobomben zu erschweren, sollten um große Kaufhäuser und Bahnhöfe die Parkmöglichkeiten eingeschränkt werden, sagte die Ministerin.

In Paris und weiteren Großstädten werde die Polizei dreimal wöchentlich den Stand der Lage mit den Verkehrsbetrieben und der Geschäftsführung der Kaufhäuser klären. Außerdem solle geprüft werden, wie die Fluggast- und Gepäckkontrollen an den Flughäfen verstärkt werden können, ohne den Verkehr zu behindern.

Beliebt bei ausländischen Touristen

Das Printemps gehört zu den berühmtesten Konsumtempeln der französischen Hauptstadt. Es liegt neben den Galeries Lafayette am Boulevard Haussmann gegenüber der historischen Oper Garnier. Hunderttausende Kunden und ausländische Touristen strömen während der Vorweihnachtszeit durch das sechsstöckige Geschäft. (kas)

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