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Aktuell Nahost

Wohin steuert Tunesien?

Ministerpräsident Jebali hält an seiner Absicht fest, eine Regierung aus Technokraten zu bilden. Am Freitag gingen 1,4 Millionen Menschen auf die Straße, um den ermordeten Oppositionspolitiker Belaïd zu Grabe zu tragen.

In einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung betonte Hamadi Jebali, eine überparteiliche Regierung aus Experten sei der beste Weg, um dem Land weitere Spannungen zu ersparen. Zugleich zeigte sich der Ministerpräsident zuversichtlich, dass seine islamistische Ennahda-Partei ihren Widerstand aufgeben und seine Entscheidung mittragen werde. Am Donnerstag allerdings hatte Vize-Ennahdachef Abdel-Hamid Jalasi nochmals klargestellt, das Land brauche eine politische Führung aus den Reihen der Regierungskoalition.

Minister werden "einfach ausgetauscht"

Jebali erklärte weiter, er plane nicht, das Kabinett aufzulösen - dafür würde er die Zustimmung der Nationalversammlung benötigen und dort haben die Islamisten die Mehrheit. Vielmehr werde er einfach nur alle Minister durch Experten austauschen. Sobald als möglich solle dann neu gewählt werden, fügte er hinzu. Vor Journalisten in Tunis sagte der Regierungschef: "Das neue Kabinett steht." Namen nannte er allerdings nicht.

Video ansehen 01:49

Trauer und Massenproteste in Tunesien

1,4 Millionen Trauernde

Der Trauerzug für den ermordeten Oppositionspolitiker Chokri Belaïd hatte sich am Freitag wohl zur größten Demonstration in der Geschichte Tunesiens entwickelt. Aus dem ganzen Land waren sie in die Hauptstadt geströmt. Insgesamt waren in Tunis 1,4 Millionen Menschen auf der Straße, wie das Innenministerium später bestätigte.

Viele trugen Bilder Belaids und machten in Sprechchören wieder die regierenden Islamisten für seinen Tod verantwortlich. Belaid war am Mittwoch erschossen worden.

Soldaten tragen den Sarg mit Belaid durch die Menge (Foto: rtr)

Hunderttausende begleiten Chokri Belaid auf seinem letzten Weg

Nicht nur Anhänger des Menschenrechtsaktivisten ließen ihrer Wut freien Lauf. Auch Arbeiter, Geschäftsleute und streng gläubige Muslime waren zu sehen, die nicht die weltlichen Ansichten des Ermordeten teilen. Einig waren sie sich alle darin, ein gewaltfreies und demokratisches Tunesien zu fordern.

se/haz (afp, rtr, ap, dpa)

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