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Wohin mit der Ernte? - Griechen auf Geldsuche

Griechenland braucht Geld - viel Geld, egal woher. Deshalb reiste Premier Tsipras vom 8. bis 9. April nach Moskau. Sein Ziel: Ein Ende des Embargos für griechische Lebensmittel, niedrigere Gaspreise und neues Geld, wenn er auch betonte, nicht um Kredite gebeten zu haben. Und Putin stellte das prompt - wenn auch vage - in Aussicht.

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Das alles hat allerdings seinen Preis: Denn Moskau hat in Griechenland strategische Interessen. Fast 90 Prozent der nordgriechischen Pfirsich- und Kiwi-Produktion ging bislang nach Russland. Seitdem Moskau im vergangenen August im Rahmen ihrer Gegensanktionen Importe aus der EU unter Bann stellte, ist Schluss damit. Ergebnis: Der Markt ist zusammen gebrochen, nordgriechische Landwirte, wie Christos Yannakakis stehen vor dem Ruin. In den Kühlhäusern verrottet fast die gesamte Kiwiernte vom September. Auf rund 430 Millionen Euro belaufen sich die Verluste der Bauern schon jetzt, dem ohnehin klammen Staat entgehen Millionenbeträge an Steuereinnahmen. Das Geld soll jetzt wieder fließen, das Embargo aufgehoben werden - deswegen reiste Premier Tsipras nach Russland. Teilweise mit Erfolg: Putin kündigte an, über griechisch-russische Gemeinschaftsunternehmen den Export von Kiwis und Pfirsichen wieder aufzunehmen, ohne die Gegensanktionen formal aufzuheben. Klingt noch vage, ist aber zumindest für Bauern wie Yannakakis ein Hoffnungsschimmer. Allerdings wird Griechenland dafür Gegenleistungen erbringen müssen: Zum Beispiel den Einstieg der Russischen Staatsbahn in den Hafen von Thessaloniki ermöglichen. Frank Höfling mit einem Stimmungsbericht aus Nordgriechenland.