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Politik

Woche des Lächelns

Friedlich saßen Kanzlerin und der Vizekanzler nebeneinander und schenkten sich ab und zu sogar ein Lächeln. Damit nicht genug: Sämtliche Redner der Koaltion schienen in der Haushaltsdebatte Kreide gefressen zu haben.

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Seht her, so sieht sie aus, unsere gemeinsame Verantwortung für das Land, sollte das heißen. Wie lange Unions-Kanzlerin Angela Merkel und ihr künftiger sozialdemokratischer Herausforderer Frank-Walter Steinmeier das durchhalten, ist ungewiss. Längst planen die Wahlstrategen die Attacke. Für die Stunden der Haushaltsdebatte jedenfalls hielt die groß koalitionäre Eintracht. Sehr zum Ärger von Oppositionsführer Guido Westerwelle, der von einem "abenteuerlichen Schauspiel" sprach, bei dem sich die Koalition vormittags küsse und herze und nachmittags mit Kettensägen aufeinander losgehe. So gab Westerwelle unfreiwillig wieder den verstoßenen Liebhaber, der gern schon 2005 Merkels Prinz geworden wäre: aber damit kann er frühestens nach der nächsten Wahl im Herbst 2009 rechnen.

Hubers Schatten

Wenig später warf dann doch noch der Wahlkampf seinen Schatten in den Plenarsaal. Er hatte die Umrisse von Erwin Huber, seines Zeichens CSU-Chef und damit ebenfalls Teil der großen Koalition. Der auf Krawall gebürstete Bayer ignorierte die von der Koalition ausgerufene Woche des Lächelns, schließlich steht bei ihm zu Hause die Landtagswahl unmittelbar vor der Tür. Sein Recht, als Vertreter der bayrischen Staatsregierung im Bundestag aufzutreten, nutzte Huber, um eine CSU-Wahlkampfrede zu halten. Höhepunkt war seine Warnung an die Bayern: wer nicht CSU wähle, dem werde es gehen wie den armen Hauptstädtern unter der Herrschaft der rot-roten Landesregierung. SPD und Linkspartei hätten Berlin zur Hauptstadt von Arbeitslosigkeit, von Hartz IV und von Kinderarmut gemacht.

So sorgte der wackere Huber, der kürzlich bereits zu einem Kreuzzug gegen die Linke aufgerufen hatte, dafür, dass auch an diesem Tag die gewohnten Rituale nicht ganz verloren gingen.